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  • Klöckner zu Tierschutz: Vorgehen gegen illegalen Online­handel von Hunden

Klöckner versichert Vorgehen gegen illegalen Online­welpenhandel

  • Der illegale Online­welpenhandel boomt während der Corona-Pandemie.
  • Landwirtschafts­ministerin Julia Klöckner sieht auch Käufer illegal gehandelter Tiere in der Verantwortung.
  • Die Tierschutz­organisation Vier Pfoten wirft ihr aber Untätigkeit vor: Der Hunde­verkauf über soziale Medien müsse verboten werden.
Lena Köpsell
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Berlin. Kurz vor der Übergabe einer Petition der Tierschutz­organisation Vier Pfoten gegen Online­welpenhandel an diesem Mittwoch hat Landwirtschafts­ministerin Julia Klöckner (CDU) ihre Unterstützung gegen unseriöse Hunde­verkäufer im Internet versichert. „Mit einer Informations­offensive wollen wir kriminellen Machenschaften besser das Hand­werk legen“, sagte Klöckner dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) auf Anfrage.

Es sei eine Branchen­vereinbarung der digitalen Verkaufs­plattformen mit klareren Regeln für das Online­angebot von Tieren in Arbeit, um unseriöse Anbieter besser zu erkennen. Sie appellierte an das Verantwortungs­bewusstsein von Hunde­haltern. „Auch dafür, woher das Tier stammt und wie es aufgezogen wurde.“

Vier Pfoten allerdings hält Klöckners Maßnahmen für völlig unzureichend. „Außer einer Öffentlichkeits­kampagne und dem Anstoßen einer freiwilligen Branchen­vereinbarung hat das Ministerium unter Frau Klöckner nichts Nennens­wertes unter­nommen“, sagte Daniela Schneider, Kampagnen­verantwortliche für Heimtiere bei Vier Pfoten, dem RND.

„Illegaler Welpen­handel steht als ein Aspekt auch im Koalitions­vertrag. Passiert ist hier leider sehr wenig.“ Aus Tierschutz­perspektive habe Klöckner eine Chance vertan. Den Online­handel mit Tieren müsse nun die nächste Bundes­regierung regulieren.

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Im Ausland unter tierschutz­widrigen Bedingungen aufgezogen

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In der Petition an Klöckners Ministerium fordert die Tierschutz­organisation eine Identifizierung aller Tier­verkäufer auf allen Online­plattformen sowie ein Verkaufs­verbot von Tieren über soziale Medien – Tier­heime ausgenommen. Über 114.000 Menschen haben die Petition unterschrieben. Bei der freiwilligen Branchen­lösung, an der das Ministerium mitwirke, könne nicht sicher­gestellt werden, dass die Kriminellen sich nicht Wege auf den anderen Platt­formen oder in den sozialen Medien suchen, sagte Schneider.

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Während der Corona-Pandemie haben sich nach Ministeriums­angaben viele Menschen einen Hund gekauft. Die Welpen seien oft auf Internet­plattformen und Social-Media-Kanälen angeboten worden, sagte eine Sprecherin dem RND. Viele Hunde würden im Ausland unter tierschutz­widrigen Bedingungen aufgezogen und nach Deutschland transportiert.

Dabei werde gegen geltendes Recht verstoßen. Das Problem seien nicht fehlenden Gesetze, sondern der Vollzug der bestehenden Regelungen. „Denn Verstöße gegen geltendes Recht löst man weniger mit neuem Recht, sondern mit verbesserten Kontrollen. Hierfür sind verfassungs­gemäß die Bundes­länder zuständig.“

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