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Klimastreik und Grubenbesetzung: Ein Wochenende im Zeichen des Protests

  • Am Wochenende stehen gleich mehrere Großdemonstrationen von Klimaschutzorganisationen an.
  • Fridays for Future ruft für Freitag wieder zum globalen Klimastreik auf.
  • Am Samstag will das Aktionsbündnis Ende Gelände das Braunkohlerevier in der Lausitz besetzen.
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Berlin. Am Freitag, 29. November, ruft Fridays for Future wieder zum globalen Klimastreik auf. Die Schülerorganisation hofft, dass mit ihnen wieder tausende Menschen deutschlandweit auf die Straßen gehen, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Wie schon beim Streik am 20. September soll die größte Demo wieder durch die Innenstadt von Berlin führen.

Am darauffolgenden Tag demonstrieren die Aktivisten weiter. Im Braunkohleabbaugebiet in der Lausitz wollen sie am Samstag ein Zeichen gegen die Kohleindustrie setzen. Dort rufen verschiedene Aktionsbündnisse zu Blockaden und Demonstrationen auf.

Was planen die Aktivisten?

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Unter dem Motto “Neustart Klima” ruft Fridays for Future am Freitag erneut zum globalen Klimastreik auf. Beim ersten globalen Klimastreik waren in Deutschland über eine Million Menschen auf die Straßen gegangen. Auf ihrer Website kündigen die Aktivisten an, dass sie aber nicht mehr nur streiken wollen, sondern auch in Klassenzimmern, Parteibüros, Einkaufszentren, vor Kraftwerken und in Fußgängerzonen aktiv werden wollen. “Wir sind seit einem Jahr auf der Straße und wir haben vieles zu hören bekommen, nur keine politischen Antworten”, sagt Carla Reemtsma von Fridays for Future. “Es ist sogar noch schlimmer geworden. Jetzt ist nicht einmal mehr der Kohleausstieg sicher.”

Deshalb setzt sich das Aktionswochenende am Samstag in der Lausitz fort. Dort wollen die Aktivisten von Ende Gelände noch einen Schritt weiter gehen und kündigten auch Gesetzesüberschreitungen an. “Wir werden zivilen Ungehorsam zeigen und der Kern dessen ist nun mal durch Gesetzesüberschreitungen auf Missstände aufmerksam zu machen”, sagt Mahlhaus. “Es ist doch merkwürdig, dass die Klimakrise nicht strafbar ist, der Protest dagegen aber schon.” Die Aktivisten planen die Abbaugrube zu besetzen und somit auch das Gelände des Kraftwerkbetreibers LEAG zu betreten. “Wir wollen mit unseren Körpern Schienen, Bagger, Gruben und Zufahrten blockieren”, sagt die Aktivistin. Der Protest solle allerdings friedlich und gewaltfrei ablaufen.

Beim Aktionstraining vor dem Reichstag üben die Umweltaktivisten von Ende Gelände wie sie sich von der Polizei wegtragen lassen sollen. © Quelle: imago images/snapshot

Die Teilnehmer von Fridays for Future zeigen sich solidarisch mit den Kohle-Aktivisten und rufen ebenfalls für Samstag zur Demonstration auf. “Wir streiken jetzt am Ort der Zerstörung”, sagt Reemtsma dazu.

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Wer streikt überhaupt?

Die Schülerorganisation Fridays for Future ruft am Freitag alle Menschen zum Streiken auf, die mit der aktuellen Klimapolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind. Dem Streik schließen sich auch viele andere Klimaschutzorganisationen wie die Students for Future an, die mit dem Klimastreik auch eine bundesweite Aktionswoche an Universitäten abschließen.

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Für die Demonstration in der Lausitz haben sich ebenfalls verschiedene Akteure zusammengetan. Die Organisatoren rechnen mit mehreren Tausend Teilnehmern. Dort demonstrieren neben den Anhängern von Fridays for Future die Kohlegegner der Gruppierungen Ende Gelände, Anti Kohle Kidz, Campact und Alle Dörfer bleiben. Auch die linksradikale Antifa und Gegenbewegungen wie die rechtsnationale Gruppierung “Zukunft Heimat” haben sich für den Tag angemeldet. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot vor Ort sein.

Wann geht es los?

Den Termin für den globalen Streik haben die Organisatoren von Fridays for Future gewählt, weil es der Freitag vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz in Spanien ist. Die Demonstrationen gibt es in allen großen deutschen Städten und auch in vielen kleineren Städten. Die Züge starten zu unterschiedlichen Uhrzeiten. So laufen die Demonstranten in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt beispielsweise um zwölf Uhr los, in Köln schon um elf Uhr und in Hannover erst um 12.30 Uhr. Auf der Website von Fridays for Future gibt es eine Übersichtskarte mit allen Startzeiten und Orten.

Am Tag darauf geht es in der Lausitz weiter. Den ganzen Tag lang wollen die Demonstranten die Gruben besetzen und dort gegen den Braunkohleabbau demonstrieren. Ein Camp sei für das Wochenende allerdings nicht geplant, sagt Mahlhaus.

Warum wird demonstriert?

Das übergreifende Thema beider Aktionen ist der Klimaschutz. Fridays for Future setzt sich für die vehemente Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und somit für eine maximale globale Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius ein. Daher wollen die Demonstranten, dass die Bundesregierung das Klimapaket, das sie Ende September beschlossen hat, noch einmal überarbeitet. Am Freitag gehen sie für diese Ziele zum 50. Mal in Folge auf die Straßen.

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“2019 ist wieder ein verlorenes Jahr für den Klimaschutz”, sagt auch Mahlhaus von Ende Gelände. Das Aktionsbündnis fordert radikal den deutschen Kohleausstieg. Auf ihrer Website bemängeln die Aktivisten die Verzögerungen beim Ausstieg und bezeichnen die Kohleindustrie als klimapolitischen Wahnsinn. “Wir kommen wieder, solange dort noch Braunkohle verströmt wird”, sagt Mahlhaus.

Die Mitglieder von Alle Dörfer bleiben, die am Samstag ebenfalls mit von der Partie sind, setzen sich dafür ein, dass die Dörfer, die dem Braunkohleabbau zum Opfer fallen und umgesiedelt werden sollen, bestehen bleiben können.

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