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Klimaproteste in NRW: 40 Klimaaktivisten blockieren Kohlekraftwerk Neurath

  • Rund 40 Klimaaktivisten blockieren seit Freitagmorgen die Kohlezufuhr zum RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath zwischen Aachen und Köln.
  • Anlass des Protests ist die laufende Weltklimakonferenz in Glasgow.
  • Die Polizei will die Demonstranten durch Gespräche vom Abzug überzeugen.
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Aachen. Rund 40 Klimaaktivistinnen und -aktivisten blockieren seit Freitagmorgen die Kohlezufuhr zum RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath zwischen Aachen und Köln. Nach Polizeiangaben haben sich fünf Personen an zwei Stellen an den Gleisen der Kohlebahn festgekettet, etwa 30 Menschen unterstützten die Aktionen. Die Protestierenden fixierten sich an Betonfässer und an Zementblöcke, die unter die Schienen gegossen wurden. Die Aktivisten sprachen selbst von neun Personen, die sich an die Gleise gekettet hätten.

Anlass für die Aktion ist nach Angaben der Aktionsgruppe „Block Neurath“ die derzeit laufende Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow. „Die Weltklimakonferenz findet seit 26 Jahren statt. Seitdem sind die CO2-Emissionen um 60 Prozent angestiegen. Wir brauchen mehr als leere Versprechungen!“, sagte Sprecherin Nora Radwer.

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Kohle kommt aus dem nahegelegen Tagebau Garzweiler II

Das Kraftwerk Neurath sei das größte Kohlekraftwerk in Deutschland und das zweitgrößte in der EU, hieß es. Es sei für die Emissionen von 32,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr verantwortlich. Dies entspreche ungefähr den jährlichen CO2-Emissionen von Neuseeland. Die Kohle, die in Neurath verbrannt wird, komme überdies auch aus dem Tagebau Garzweiler II, für dessen Erweiterung das Dorf Lützerath sowie weitere Orte zerstört werden sollen.

Ein Sprecher der Polizei in Aachen erklärte, man befinde sich im Gespräch mit den Blockierern und suche eine kommunikative Lösung. Vermutlich sei es aber nötig, mit schwerem Gerät anzurücken, um die Angeketteten wieder loszumachen.

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Polizei setzt auf Deeskalation

Auf Deeskalation setzt die Polizei derweil auch in dem von Abbaggerung bedrohten Dorf Lützerath. Dort haben mehrere Aktivisten zwei Häuser besetzt, die bereits leergezogen sind und dem Energiekonzern RWE gehören. Wie viele Besetzer in den Häusern sind, könne derzeit noch nicht gesagt werden, sagte der Polizeisprecher. Man befinde sich auch dort im Gespräch mit den Beteiligten und versuche, die Besetzer zu einem freiwilligen Rückzug aus den Gebäuden zu bewegen.

RND/epd

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