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„Alle in einem Boot“: Kerry fordert gemeinsame Anstrengung bei Klimakonferenz in Glasgow

  • US-Klimagesandter John Kerry fordert, dass sich die Teilnehmer der anstehenden UN-Klimakonferenz in Glasgow zu einem „kollektiven Multilateralismus“ zusammentun.
  • Es sei ein „enormer Fortschritt“ im Kampf gegen den Klimawandel möglich.
  • „Glasgow, meine Freunde, steht vor der Tür“, sagte der frühere amerikanische Außenminister in Mailand.
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Mailand/Edinburgh. Der US-Klimagesandte John Kerry hat die Länder der Welt aufgerufen, bei der UN-Klimakonferenz Ende Oktober die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzupacken.

Auf einem Vorbereitungstreffen für die am 31. Oktober beginnende UN-Konferenz zum Klimawandel sagte er am Samstag in Mailand, „enormer Fortschritt“ sei möglich. Um ihn zu erreichen, müssten alle, und nicht nur einige, sich zu einem „kollektiven Multilateralismus“ zusammentun.

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Kerry: „Sind alle in einem Boot“

„Glasgow, meine Freunde, steht vor der Tür“, sagte der frühere amerikanische Außenminister. „Es ist die Startlinie für das Rennen von Jahrhunderten und dem Rennen dieses Jahrzehnts. Alle Länder müssen zusammen rennen und sich zusammenschließen, um zu verstehen, dass wir alle in einem Boot sind.“ Dies sei der „Test von kollektivem Multilateralismus auf dem höchsten Level, den ich in meiner öffentlichen Karriere erlebe“.

Kerry sagte, dass Länder, die 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt repräsentierten – Großbritannien, die 27 EU-Staaten, Kanada, Japan und die USA – Pläne vorgelegt hätten, mit denen das 1,5-Grad-Ziel der Klimaerwärmung durch Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen erreicht werden könne.

Zugleich verwies er darauf, dass 89 nationale Vorlagen für den Klimagipfel den CO₂-Ausstoß nur um 12 Prozent verringern würden und dass die Summe aller derzeit bestehenden 191 Vorlagen den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 16 Prozent erhöhen würden.

CO₂-Emissionen müssen binnen zehn Jahren um 45 Prozent reduziert werde

„Das Entscheidende ist, dass wir, so, wie wir heute hier stehen, wir glauben, dass wir in Glasgow enormen Fortschritt machen können, wir uns schnell auf die neuen Ziele zubewegen, von denen uns die Wissenschaft sagt, dass wir sie erreichen müssen“, erklärte Kerry. Das bedeute, dass in den nächsten zehn Jahren die CO₂-Emissionen um 45 Prozent reduziert werden müssten.

Der EU-Kommissar für Klimapolitik, Frans Timmermans, sagte, wichtig sei, dass die Zusage von 100 Milliarden Dollar zur Unterstützung besonders gefährdeter Länder bis 2025 eingehalten werde. Die hatten jugendliche Aktivisten auf einem eigenen Treffen in Mailand gefordert. Die Klimaschutz­finanzierung, die insgesamt in den Bereich von Billionen Euro gehe, sei aber nicht das einzige Problem. „Wir müssen uns ändern, schnell und radikal. Das wird verdammt schwer sein. Das ist die schlechte Nachricht.“

Queen ruft Politiker zum Handeln auf

Die britische Königin Elizabeth II. (95) hat die Politiker in Großbritannien und der Welt zum Handeln im Kampf gegen die Klimaerwärmung aufgerufen.

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„Das schottische Parlament spielt wie alle Parlamente eine Schlüsselrolle, um eine bessere und gesündere Zukunft zu schaffen und mit den Menschen in Austausch zu treten, die sie repräsentieren – vor allem mit unseren jungen Menschen“, sagte das britische Staatsoberhaupt bei der feierlichen Eröffnung einer neuen Sitzungsperiode im schottischen Parlament in Edinburgh am Samstag.

Großbritannien ist Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP26 vom 1. bis zum 12. November in Glasgow, bei der auch die Queen erwartet wird. „Die Augen der Welt werden auf das Vereinigte Königreich – und Schottland im Besonderen – gerichtet sein, wenn Staatenlenker zusammenkommen, um die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen“, sagte die Königin weiter.

RND/AP/dpa

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