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Corona-Krise: Kirchensteuer könnte um zehn Prozent zurückgehen

  • Aufgrund der Corona-Krise rechnen die Kirchen des Landes mit erheblichen Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer.
  • Alle evangelischen Landeskirchen und viele katholischen Bistümer prognostizieren einen Rückgang der Steuereinnahmen um mindestens zehn Prozent.
  • Grund für die Verluste ist das Kurzarbeitergeld.
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Frankfurt a.M.. Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer in Deutschland rechnet im Zuge der Corona-Krise für das laufende Jahr mit Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer von mindestens zehn Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern.

Demnach prognostizieren alle evangelischen Landeskirchen einen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen von mindestens zehn Prozent. Bei den katholischen Bistümern waren die Schätzungen oft zurückhaltender. 24 Bistümer meldeten, dass sie mit spürbaren Einschnitten rechnen.

Bistum Mainz rechnet mit 20 Prozent Rückgang

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So teilte die größte katholische Diözese, das Erzbistum Köln, mit, dass man mit einem Rückgang der Kirchensteuer für das laufende Wirtschaftsjahr von bis zu zehn Prozent rechne. Das entspreche einem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro. Damit ergebe sich finanziell eine Situation, die nach bisherigen Prognosen erst in einigen Jahren zu erwarten gewesen wäre.

Im Bistum Trier rechnet man ebenfalls mit einem Rückgang um 10 Prozent, im Bistum Mainz sogar um 20 Prozent. Dort könnten nach derzeitigen Rechnungen 45 bis 50 Millionen Euro in der Kasse fehlen, im Bistum Freiburg zwischen 23 und 63 Millionen Euro. Das Bistum Essen teilte mit, dass der Einbruch bei der Kirchensteuer schlimmer ausfallen könnte als während der Finanzkrise 2008.

Kurzarbeitergeld ohne Kirchensteuer

Unter den größten evangelischen Landeskirchen rechnet man mit Rückgängen zwischen 12 und 16 Prozent. Die größte evangelische Landeskirche mit Sitz in Hannover erwartet, dass allein im Jahr 2020 am Ende bis zu 90 Millionen Euro in der Kasse fehlen könnten. Das entspricht rund 15 Prozent des Kirchensteueraufkommens von 2019.

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Die rheinische und die bayerische Landeskirche sowie die Nordkirche rechnen mit Einnahmerückgängen um etwa zwölf Prozent. In Württemberg geht man von einer Finanzierungslücke von etwa 16 Prozent aus, einem Wert von etwa 140 Millionen Euro. Die westfälische Kirche nennt, gemäß einer Schätzung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), einen Korridor zwischen 10 und 25 Prozent.

Grund für den Rückgang der Kirchensteuer, die an die Lohn- und Einkommenssteuer gekoppelt ist, ist vor allem die Kurzarbeit im Zuge der Corona-Pandemie. Denn auf das Kurzarbeitergeld wird keine Kirchensteuer erhoben.

RND/epd

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