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  • Kirchanaustritt: Deutlicher Anstieg - mehr als 400.000 Menschen sind 2019 ausgetreten

Deutlich mehr Menschen sind 2019 aus Kirchen ausgetreten

  • Beide christlichen Kirchen in Deutschland haben 2019 mehr als 400.000 Mitglieder verloren.
  • Damit ist der Schwund bei der Katholischen und der Evangelischen Kirche deutlich größer als in den Jahren zuvor.
  • Vor allem die Zahl der Austritte schlägt hoch zu Buche.
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Bonn, Hannover. Die beiden großen christlichen Kirchen haben im Jahr 2019 deutlich mehr Mitglieder verloren als in den vorangegangenen Jahren. Das zeigen die am Freitag veröffentlichten Kirchenmitgliedszahlen der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Zahl der Protestanten ging um 427.386 zurück, die Katholiken verloren 401.757 Mitglieder.

Grund für den Rückgang ist neben Sterbefällen vor allem die Zahl der Kirchenaustritte, die sowohl bei Katholiken als auch bei Protestanten einen historischen Höchststand erreichte. Nach den aktuellen Berechnungen aus den 20 Landeskirchen der EKD auf Basis der gemeldeten vorläufigen Zahlen sind im Jahr 2019 mit etwa 270.000 Menschen rund 22 Prozent mehr ausgetreten als noch im Vorjahr.

Aus der katholischen Kirche traten sogar noch mehr Menschen aus: Mehr als 272.700 Frauen und Männer annullierten ihre Mitgliedschaft - ein Anstieg von 26,2 Prozent.

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Bätzing: An den Zahlen gibt es nichts schönzureden

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte, an den statistischen Zahlen gebe es nichts schönzureden. Er empfinde die hohe Zahl von Kirchenaustritten als besonders belastend. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm erklärte, jeder einzelne Austritt schmerze. Die EKD kündigte an, die erhöhten Austrittszahlen vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD untersuchen lassen zu wollen.

Rund 20,7 Millionen Menschen waren zum Stichtag 31. Dezember 2019 Mitglied in einer der 20 Landeskirchen der EKD, teilte die EKD mit. Das waren rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr (21,1 Millionen) und entspricht einem Bevölkerungsanteil von noch knapp 25 Prozent.

Der katholischen Kirche gehörten 2019 22,6 Millionen Menschen in Deutschland an (2018: 23,0). Damit gehören insgesamt noch 52,1 Prozent der Deutschen einer dieser beiden christlichen Konfessionen an. Bis 2060 könnte sich der Anteil der Kirchenmitglieder halbieren, zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Freiburger Finanzwissenschaftlern im vergangenen Jahr.

RND/epd

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