• Startseite
  • Politik
  • Kipping bei Markus Lanz: Ja zur Nato – freie Fahrt für Linksbündnis nach Bundestagswahl?

Freie Fahrt für Linksbündnis nach der Bundestagswahl? Kipping lenkt in der Nato-Frage ein

  • Kurz vor der Bundestagswahl hat die Ex-Linken-Chefin Katja Kipping in der Talkshow von Markus Lanz für eine Überraschung gesorgt.
  • Sie signalisierte in der zentralen Streitfrage mit der SPD Gesprächsbereitschaft.
  • Dabei geht es um die Außenpolitik und das Bekenntnis zur Nato.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die SPD führt in den Umfragen zur Bundestagswahl. Doch wie könnte eine mögliche Regierungskoalition aussehen? Für eine Allianz allein mit den Grünen reichen die Stimmen womöglich nicht; und der bei den Wählern zunehmend unbeliebten Großen Koalition erteilte der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz schon vorab eine Absage.

+++ Liveblog zur Bundestagwahl +++

Bekenntnis zur Nato als Knackpunkt

Anzeige

Dem Linksbündnis aus SPD, Grünen und der Partei Die Linke stand bislang eine große Hürde entgegen. Sowohl Scholz als auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatten von potenziellen Partnerparteien immer wieder ein Bekenntnis zur Nato gefordert.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Die Linke aber fordert in ihrem Wahlprogramm eine Auflösung der Nato und will sie durch ein kollektives Sicherheitssystem mit russischer Beteiligung ersetzen. In der Talkshow von Markus Lanz jedoch zeigte die ehemalige Linken-Chefin Katja Kipping in dieser Frage nun Gesprächsbereitschaft.

Seine Talkshow ist immer mal wieder für eine Überraschung gut: Markus Lanz. © Quelle: Georg Wendt/dpa
Anzeige

Wenn es nach ihr ginge, sei die Mitgliedschaft Deutschlands in der Nato kein Problem für die Linken. „Wir könnten in der Sache zu einer Einigung kommen“, sagte sie und sorgte damit für die Überraschung des Abends. „Der Austritt aus der Nato war für uns nie eine Vorbedingung für Koalitionsverhandlungen“, fügte sie hinzu. Die Linke wolle allerdings keine Kriegseinsätze der Nato und Geld nicht für Aufrüstung ausgeben.

Video
Baerbock: „Wenn wir so weitermachen, gefährden wir den Industriestandort Deutschland“
1:09 min
Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat am Mittwoch für grüne Politik in Halle (Sachsen-Anhalt) geworben.  © Reuters
Anzeige

Kipping hält eine sozialökologische Wende für notwendig. Die könne man nur „Links von der CDU“ angehen. Die Kipppunkte liegen ihr zufolge bei der Rente, der Kinderarmut und bei den Niedriglöhnen.

Alle drei Parteien sind eine Herausforderung füreinander.

Katja Kipping Ex-Parteivorsitzende Die Linke

Doch auch ihr ist klar: Mögliche Koalitionsverhandlungen über Rot-Grün-Rot würden nicht einfach werden. „Alle drei Parteien sind eine Herausforderung füreinander.“

Man hatte uns abgeschrieben, das ist immer falsch.

Ralf Stegner SPD

Ralf Stegner von der SPD träumte bei Lanz dagegen noch von einer Zweiparteienkoalition mit den Grünen. Diese ist nicht unmöglich, falls beide Parteien noch etwas zulegen. Stegner gab sich optimistisch. „Man hatte uns schon abgeschrieben, das ist immer falsch.“ Kipping und Stegner signalisierten in der Talkshow Eintracht. Einig sind sie sich zum Beispiel in der Frage, dass die Kosten der Corona-Krise so hoch seien, dass kein zusätzliches Geld für den Verteidigungshaushalt vorhanden sei. Stegner sagte zudem, dass die Nato-Verträge gelten, aber: „Kein Mensch kommt auf die Idee, dass wir jetzt Militäreinsätze haben wollen.“

Für ein rot-grün-rotes Bündnis will sich Stegner bei Lanz nicht aussprechen. „Darüber reden die Hardcorefans der Union, weil sie glauben, man könne damit jemanden erschrecken. Aber zum Erschrecken müssen sie besser in die Geisterbahn gehen – und die ist auch noch unterhaltsamer.“

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen