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Kinderpsychotherapeuten fordern schnelle Impfstoffzulassug für unter Zwölfjährige

  • Der Berufs­verband der Kinder- und Jugend­lichenpsycho­thera­peutinnen und -thera­peuten (BKJ) pocht auf eine rasche Impf­stoff­zulas­sung für Kinder unter zwölf Jahren.
  • Diese würden die aktuelle Situa­tion als ungerecht empfinden.
  • Zudem könnte damit eine für Kinder belastende Corona-Maßnahme bald der Geschichte angehören.
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Hannover/Hamburg. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten (BKJ) pocht auf eine baldige Impfstoffzulassung für Kinder unter zwölf Jahren. „Der Impfstoff muss so schnell es geht verfügbar gemacht werden“, sagte der Vorsitzende Michael Schroiff dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Kinder hätten seit Pandemiebeginn „unfassbare Opfer für die Gesellschaft gebracht“ und seither eine große Last zu tragen. Dennoch seien sie die einzige Altersgruppe ohne Schutz. „Die Kids empfinden es als Ungerechtigkeit, dass sich die Älteren mit einem Impfstoff schützen können, sie selber aber nicht“, so Schroiff

Mit einer Impfung könne womöglich auch die Maßnahme zur Maskenpflicht in Schulen überflüssig werden. Der Verband habe bei medizinisch notwendigen Maßnahmen zwar eine neutrale Haltung, sagte der BKJ-Vorsitzende, aber: „Das Masketragen hat für Kinder starke psychische Auswirkungen.“ Grund sei die körperliche Beeinträchtigung, die für Druck- und Angstzustände sorgen könne. Kinder würden sich „beengt“ und „wie in die Zange genommen“ fühlen. „Das ist problematisch.“

Bei Kindern sei die Nachfrage nach psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten in der Pandemie um die Hälfte gestiegen, so Schroiff. Umso wichtiger sei es nun, den Druck für eine schnelle Impfmöglichkeit zu erhöhen. „Die Freigabe darf nicht verschleppt werden“, mahnte Schroiff. Er bezog sich auf den internationalen Vergleich mit anderen Staaten und forderte auch für die Kinder hierzulande, „medizinisch alles möglich zu machen, was möglich ist“.

Nur wenige Länder impfen derzeit Kinder

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Bislang werden Kinder nur in wenigen Ländern geimpft, etwa in China, Kuba oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. In den USA hatte kürz­lich der Corona-Impf­stoff von Biontech/Pfizer eine Not­fall­zulas­sung für den Einsatz bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren bekommen. Nachdem sich ein Berater­gremium der FDA zuvor dafür ausge­spro­chen hatte, gewährte die US-Arznei­mittel­behörde die Not­fall­zulas­sung am Freitag. Im Anschluss muss sich nun formell auch noch die Gesund­heits­behörde CDC damit befassen.

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Auch in Europa haben das deut­sche Unter­nehmen Bion­tech und sein US-Partner Pfizer eine Zulas­sung ihres Corona-Impf­stoffs für Kinder dieser Alters­gruppe beantragt. Wie die Europä­ische Arznei­mittel­behörde (EMA) dem Redak­tions­Netz­werk Deutsch­land (RND) kürzlich mitteilte, könnte sie eine Entschei­dung über eine Empfeh­lung noch vor Weih­nachten fällen.

Mit dpa

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