Kinderkliniken auf dem Land erhalten von Kassen pauschale Finanzspritze

  • In dünn besiedelten Regionen ist es gerade für Kliniken schwer, wirtschaftlich zu arbeiten.
  • Doch auch dort soll die Bevölkerung medizinisch gut versorgt werden.
  • Um Schließungen zu verhindern, werden nun Fördermittel gezahlt.
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Berlin. Um die Schließung von Krankenhäusern in dünn besiedelten Regionen zu verhindern, erhalten im kommenden Jahr erstmals 59 Kinderkliniken in ländlichen Gebieten eine pauschale Finanzspritze der gesetzlichen Krankenkassen in Millionenhöhe.

„Jeder Mensch muss überall im Land gut versorgt werden können“, sagte das Vorstandsmitglied im Krankenkassen-Spitzenverband, Stefanie Stoff-Ahnis, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Damit das auch dauerhaft für unsere Kleinsten gilt, bekommen von Dithmarschen über Sachsen bis nach Niederbayern 59 ländliche Kinderkliniken erstmals bis zu 400.000 Euro zusätzliche Förderung pro Jahr“, fügte sie hinzu.

Bisher können ländliche Kliniken eine pauschale Förderung erhalten, wenn sie eine Fachabteilung für innere Medizin und Chirurgie oder für Geburtshilfe haben. Neu hinzu kommen ab 1. Januar Krankenhäuser mit einer Fachabteilung für Kinder- und Jugendmedizin. Insgesamt werden so im kommenden Jahr 140 Kliniken mit zusammen fast 70 Millionen Euro gefördert.

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Ob eine Klinik gefördert wird, hängt unter anderem von der Versorgungssituation vor Ort ab. Ein Krankenhaus wird finanziell unterstützt, wenn durch die Schließung die Anfahrtswege für die Bevölkerung in der betroffenen Region deutlich länger würden.

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Wie sich die Fahrzeiten bei Schließung einer Klinik ändern, können Versicherte unter der Adresse: www.gkv-kliniksimulator.de selbst simulieren. Mithilfe des Kliniksimulators ließen sich drohende Versorgungslücken entdecken, sagte Verbandsvorstand Stoff-Ahnis. Das sei insbesondere bei Kinderkliniken wichtig. „Innerhalb der Solidargemeinschaft der 73 Millionen gesetzlich Versicherten müssen wir gemeinsam die Versorgung der Kinder ganz besonders im Blick behalten“, betonte sie.

RND

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