Khashoggi-Urteil: USA sprechen von “wichtigem Schritt”

  • Die USA hatten wegen der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi Sanktionen gegen mehrere ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter verhängt.
  • Nun hat ein saudisches Gericht fünf Männer in dem Fall zum Tode verurteilt.
  • Washington spricht von einem “wichtigen Schritt”.
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Washington. Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums hat die Urteile im Zusammenhang mit dem Mord an dem saudischen Journalisten und Regierungskritiker Jamal Khashoggi als "wichtigen Schritt" bezeichnet.

Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses gab es am Montag (Ortszeit) allerdings zunächst nicht. "Die heutigen Urteile waren ein wichtiger Schritt, um die Verantwortlichen für das schreckliche Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte der Regierungsbeamte vor Journalisten in Washington.

Ein saudisches Gericht hatte am Montag fünf Männer zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden wegen "Verschleierung des Verbrechens" zu Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren verurteilt.

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Saudische Regierung hatte Mord eingeräumt

Khashoggi, der als Kolumnist für die "Washington Post" tätig war, war im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad brutal getötet worden. Die saudische Regierung hat den Mord eingeräumt. Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher in Saudi-Arabien, bestritt aber, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

Die UN-Sonderberichterstatterin für den Fall, Agnès Callamard, hatte die Urteile scharf kritisiert und sie eine "Farce" genannt. "Die Drahtzieher sind nicht nur auf freiem Fuß. Sie sind von den Ermittlungen und dem Prozess kaum berührt worden." Der US-Regierungsmitarbeiter sagte mit Blick auf die Kritik, dass die Urteile nicht alle Verantwortlichen berührten: "Wir werden Saudi-Arabien weiterhin zu Transparenz diesbezüglich anhalten."

Die USA hatten wegen der Tötung des Journalisten Sanktionen gegen mehrere ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter verhängt. US-Präsident Donald Trump hatte allerdings am Königshaus als engem Verbündeten festgehalten. Riad ist der größte Abnehmer von US-Rüstungsgütern.

RND/dpa

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