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Potenzielle Kühnert-Nachfolgerin Rosenthal will auch in den Bundestag

  • Für die Nachfolge von Kevin Kühnert an der Juso-Spitzen läuft sich eine Frau aus Bonn warm, die 27-jährige Jessica Rosenthal.
  • Der Gesamtschullehrerin werden parteiintern beste Chancen vorhergesagt.
  • Dem RND verriet sie: Auch eine Kandidatur für den Bundestag kann sie sich sehr gut vorstellen.
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Berlin. Die erste Bewerberin für die Nachfolge von Kevin Kühnert an der Spitze der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos ist mutmaßlich auch die aussichtsreichste – unabhängig davon, wer ihr noch folgt. “Ja, ich werde beim Bundeskongress im November kandidieren”, hat Jessica Rosenthal, Juso-Landesvorsitzende aus Nordrhein-Westfalen, jetzt dem “Spiegel” gesagt.

Eine wirkliche Überraschung ist das nicht, denn die 27-jährige Gymnasial- und Gesamtschullehrerin aus Bonn gilt schon länger als Frau mit Ambitionen. Beim Juso-Bundeskongress 2017 ließ sie sich zur Stellvertreterin Kühnerts wählen, das Amt gab sie ein Jahr später auf, um die Führung des Landesverbandes in Nordrhein-Westfalen zu übernehmen.

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Kevin Kühnert will in den Bundestag
1:25 min
Juso-Chef Kevin Kühnert gibt sein Amt auf und will für den Bundestag kandidieren. In der Pressekonferenz erklärt er die Beweggründe seiner Entscheidung.
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Rosenthal ist nicht weniger links als ihr Vorgänger. “Ich will den Kapitalismus, der auf Ausbeutung beruht, überwinden”, kündigte sie bei der Erklärung ihrer Kandidatur an. Klassische Juso-Forderungen wie die nach Vermögensumverteilung, mehr Staat und weniger Markt hat Rosenthal genauso auf dem Zettel wie Positionen, die früher eher den Grünen zugeschrieben wurden: kostenloser Nahverkehr, weniger Autos in den Innenstädten, nachhaltige Industrie.

Potenzielle Konkurrentinnen signalisieren Unterstützung

Offiziell ist Rosenthal zwar bislang nur Kandidatin, in der SPD gehen aber viele davon aus, dass das Rennen bereits gelaufen ist. Gerade die Jusos sind bekannt dafür, Personalvorschläge erst abzustimmen und Mehrheiten dafür zu organisieren, bevor sie an die Öffentlichkeit gehen. “Mich haben verschiedene Genossinnen und Genossen angesprochen und mir gesagt, dass sie mir das auf jeden Fall zutrauen”, sagt sie selbst.

Potenzielle Konkurrentinnen wie die Berliner Juso-Chefin Annika Klose haben bereits Unterstützung signalisiert. “Meine Unterstützung hat sie”, schrieb Klose in dem sozialen Netzwerk Instagram und feuerte Rosenthal an: “You go girl”.

Auch der scheidende Juso-Chef Kühnert soll die Kandidatur mit Wohlwollen sehen. Kühnert hatte bei der Ankündigung seines Abschieds deutlich gemacht, dass er eine weibliche Nachfolge favorisiert. Rosenthal sagte dem Spiegel, sie sei “sehr froh”, dass Kühnert die Position der Jusos im SPD-Parteivorstand vertrete und mutmaßlich bald in den Bundestag einziehen werde. Kühnert will bei der Bundestagswahl 2021 im Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg antreten.

Auch eine Bundestagskandidatur kann sie sich gut vorstellen

Gut möglich, dass die beiden sich im Parlament wiedersehen werden, denn auch Rosenthal liebäugelt mit einer Bundestagskandidatur. “In den letzten Jahren haben wir Jusos uns extrem erfolgreich mit unseren Positionen eingebracht und Debatten geprägt. Wir haben immer gesagt, dass wir auch personell Verantwortung übernehmen wollen – in der Partei und in den Parlamenten”, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

“Gerade kandidieren viele junge Menschen beispielsweise in NRW für die Räte, worauf ich sehr stolz bin”, so die 27-Jährige weiter. “Die SPD muss bei der kommenden Bundestagswahl zeigen, dass ihnen die junge Zielgruppe wichtig ist, und sich entsprechend inhaltlich, aber eben auch personell aufstellen. Mein Anspruch ist es natürlich, mit gutem Beispiel voranzugehen, daher kann ich mir prinzipiell eine Kandidatur bei der nächsten Bundestagswahl vorstellen”, kündigte sie an. “Wir werden dies aber erst in den nächsten Monaten in der Bonner SPD klären.”

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