• Startseite
  • Politik
  • Kevin Kühnert attackiert Christian Lindner – SPD-Vize nennt FDP-Chef einen „Luftikus“

„Luftikus“: SPD-Vize Kühnert kritisiert mangelnde Verlässlichkeit bei FDP-Chef Lindner

  • Der stellvertretende SPD-Chef Kevin Kühnert kritisiert die Verlässlichkeit von FDP-Chef Christian Lindner.
  • Dieser sei ein „Luftikus“, sagte Kühnert in einem Interview.
  • „Lindner ist ein Spieler“, sagte Kühnert und warf ihm vor, jede Woche eine neue Parole zu haben.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Kurz vor der Bundestagswahl hat SPD-Vize Kevin Kühnert die Verlässlichkeit von FDP-Chef Christian Lindner angezweifelt und damit auch die Erfolgsaussichten denkbarer Gespräche über eine Ampelkoalition infrage gestellt. „Christian Lindner ist ein Luftikus“, sagte Kühnert, der zum linken SPD-Flügel gezählt wird, der „Rheinischen Post“ auf die Frage, wie sehr er sich auf Lindner als möglichen Partner in einem Ampelbündnis freue.

Der frühere Juso-Chef kritisierte, der FDP-Vorsitzende Lindner habe sich in diesem Wahlkampf schon auf den Unionskandidaten Armin Laschet als Kanzler festgelegt, auf das Finanzministerium für die FDP und auf eine klare Absage an eine Kanzlerin der Grünen. „Lindner ist ein Spieler, der sogar Superreiche steuerlich entlasten will, gleichzeitig aber kein seriöses Finanzkonzept hat. Ich frage mich, mit welcher Partei er auf dieser windigen Grundlage zusammenarbeiten möchte“, sagte Kühnert.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".
Anzeige

Kevin Kühnert teilt gegen FDP und CDU aus

Auch gegen die CDU/CSU teilte Kühnert aus: „Die Union ist leer und entkernt, sie gehört in die Reha.“ Wenn alles, was die Union noch zusammenhalte, der Hass auf Saskia Esken und ihn sei, dann sollten die Leute von CDU und CSU sich Gedanken um die Tragfähigkeit ihrer beiden einst staatstragenden Parteien machen, so der SPD-Vize.

Kühnert rechnet damit, dass die SPD vor Bildung einer neuen Regierung erneut ihre Mitglieder befragen wird. Die umfassende Mitgliederbeteiligung rund um Fragen der Koalitionsbildung sei ein Erfolg und habe Maßstäbe gesetzt. „Ich gehe davon aus, dass das auch so bleibt. Wir sind nämlich eine Mitmachpartei“, sagte er.

Ampelbündnis bei SPD-Sieg wahrscheinlich

Sollte die SPD bei der Wahl am Sonntag vorne liegen und es nicht für Rot-Grün reichen, gilt es am wahrscheinlichsten, dass Kanzlerkandidat Olaf Scholz ein Ampelbündnis mit Grünen und FDP bilden will. Im Fall eines Sieges der Union gilt es als wahrscheinlich, dass Laschet ein Jamaikabündnis mit Grünen und FDP anstrebt.

Die aktuelle Juso-Chefin Jessica Rosenthal sprach sich dafür aus, auch eine rot-grün-rote Zusammenarbeit auszuloten, falls die Mehrheitsverhältnisse dies erlaubten. Da es nicht danach aussehe, dass es für Rot-Grün reichen werde, müsse man nach der Wahl in alle Richtungen sondieren, sagte sie der „Welt“.

Video
Parteiencheck vor der Bundestagswahl: SPD
1:46 min
Die Bundestagswahl steht an: Wir geben einen Überblick über das Parteiprogramm der SPD für die kommende Wahl am 26. September.  © RND

„Es ist mir wichtig, dass man auch ein rot-grün-rotes Bündnis sondiert. Da gibt es Schnittmengen, gerade auch bei Fragen, wie man in Bildung investieren kann und die Gerechtigkeits- und Klimakrise lösen kann.“

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen