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Hauchdünner Vorsprung

Ruto zum Wahlsieger in Kenia erklärt - Chaos bei Verkündung

Der bisherige Vizepräsident William Ruto ist zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Kenia erklärt worden.

Der bisherige Vizepräsident William Ruto ist zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Kenia erklärt worden.

Nairobi. Der bisherige Vizepräsident William Ruto ist zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Kenia erklärt worden. Ruto habe 50,49 Prozent der Stimmen erhalten, sein Gegner, der langjährige Oppositionsführer Raila Odinga, 48,85 Prozent, teilte der Vorsitzende der Wahlkommission, Wafula Chebukati, am Montag mit. Allerdings kündigten vier der sieben Mitglieder der Wahlkommission an, sie könnten das verkündete Ergebnis nicht mittragen. Ein Sprecher Odingas stellte das Resultat ebenfalls in Frage.

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Die stellvertretende Vorsitzende der Wahlkommission, Juliana Cherera, und drei ihrer Kollegen sagten vor der offiziellen Bekanntgabe des Wahlsieges von Ruto, die letzte Phase der Auszählung mit der Verifizierung der Stimmen sei alles andere als transparent verlaufen. Details nannten sie nicht.

Als Chebukati das Ergebnis verkündete, kam es zu Handgemengen und Protesten. Die Polizei schritt ein, um die Lage zu beruhigen, während dort ein Chor weiter Lieder zum Besten gab. Zwei Mitglieder der Wahlkommission seien verletzt worden, teilte die Polizei im Anschluss mit.

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Betrugsvorwürfe überschatteten vorangegangene Wahlen

Bei vergangenen Wahlen in Kenia war es immer wieder zu Streitigkeiten über das Ergebnis gekommen. Nach einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl 2007 kamen mehr als 1000 Menschen ums Leben, nachdem Odinga behauptet hatte, ihm sei der Wahlsieg gestohlen worden. Ruto, der damals Odinga nahestand, wurde wegen seiner Rolle bei den Unruhen vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, der Fall wurde aber wegen mutmaßlicher Beeinflussung von Zeugen wieder eingestellt.

Bei der Wahl 2017 hatte der heute 77-jährige Odinga das Ergebnis angefochten, das daraufhin vom Obersten Gerichtshof gekippt wurde. Die neue Wahl boykottierte er dann und erklärte sich zum „Präsidenten des Volkes“. Wieder kam es zu Unruhen mit Dutzenden Toten. Ein Handschlag zwischen Odinga und dem scheidenden Präsidenten Uhuru Kenyatta beendete die Gewalt.

Bei dieser Wahl unterstützte Kenyatta seinen früheren Gegner Odinga. Dessen Anhänger verbrannten bereits vor der Bekanntgabe des Ergebnisses Autoreifen und skandierten bei Protesten „Kein Raila, kein Frieden“. In seiner Siegesrede dankte der 55-jährige Ruto seinem Gegner und betonte, dass es bei der Wahl um Themen und nicht um ethnische Differenzen gehe. Er werde auch gegenüber niemandem Vergeltung üben, der seinen Wahlkampf torpediert habe, versprach Ruto. Niemand habe etwas zu fürchten.

Falls Odinga auch diesmal die Wahl anfechten will, hätte er dafür sieben Tage Zeit. Danach müsste der Oberste Gerichtshof binnen 14 Tagen eine Entscheidung fällen. Für Odinga war diese Wahl der fünfte und vermutlich letzte Versuch, Präsident Kenias zu werden.

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RND/AP

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