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Keine Schwarzen eingeladen: Kritik an Maischberger-Talk zu Rassismus

  • Der TV-Talk von Sandra Maischberger dreht sich am Mittwoch unter anderem um den brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd.
  • Eingeladen sind aber nur weiße Gäste.
  • Das empört viele Twitter-Nutzer – ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen wird sogar kurzzeitig blockiert.
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Berlin. Der TV-Talk von Sandra Maischberger ist ein fester Bestandteil des ARD-Programms am Mittwochabend. In ihrer Sendung diskutiert die Moderatorin mit ihren Gästen über “aktuelle Themen, die gesellschaftlich relevant sind, von Schönheitswahn bis Rassismus – journalistisch, kontrovers, informativ und unterhaltend”, so schreibt es die ARD auf ihrer Website.

Weil der Rassismus – nach dem brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA – ein sehr akutes Thema ist, wird unter anderem darüber auch in der kommenden Ausgabe am Mittwoch gesprochen. Der Redaktion weht vor diesem Hintergrund allerdings starker Gegenwind ins Gesicht, vor allem auf Twitter.

Gästeauswahl stark in der Kritik

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Viele User kritisieren die Auswahl der Gäste. Eingeladen sind nämlich nur Weiße: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff, der Wissenschaftsmoderator Dirk Steffens, die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl und der “Focus”-Kolumnist Jan Fleischhauer.

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Die Empörung darüber ist groß. Der Journalist Stephan Anpalagan twittert: “Finden Sie es denn gar nicht komisch, wenn ausgerechnet sechs weiße Menschen vor einem Millionenpublik über Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze diskutieren? Exakt das ist nämlich Teil des gesamten Problems.”

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Danijel Majic wirft der Maischberger-Redaktion Unbelehrbarkeit vor:

Redaktion blockiert ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten

Auch der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu verschafft seiner Wut Luft. “Keine Ausrede, wenn über Rassismus diskutiert wird, dann gehören von Rassismen betroffene Menschen ins Studio. Lernt endlich, mit Betroffenen zu reden, statt über sie!”, schreibt er.

Offenbar hat Maischbergers Redaktion den Politiker daraufhin auf Twitter blockiert. “Da muss man mit vielen weiteren Menschen seit Jahren Hass und Hetze im Netz ertragen und erdulden, und dann wird man blockiert”, empört sich Mutlu. “Ich kann es immer noch nicht fassen. Bezeichnend, dass es immer noch keine Reaktion von den Verantwortlichen gibt.” Inzwischen ist die Blockierung allerdings wieder aufgehoben.

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WDR äußert sich zur Sendung

Geäußert hat sich die Redaktion bislang weder zur Gästeauswahl noch zu Mutlus Blockierung. Stattdessen heißt es in einem Tweet, der allerdings hauptsächlich auf die thematische Zusammenstellung der Sendung bezogen ist: “Lasst uns doch alle erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?”

Update: Inzwischen hat sich der WDR zur Gästeauswahl in der Sendung “Maischberger” geäußert. Das Statement des Senders lesen Sie hier.

RND/tdi

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