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Katholische Bischöfe tagen erstmals mit einer Frau in der Führung

  • Ab Montag treffen sich die Katholischen Bischöfe Deutsch­lands zu ihrer Herbst­voll­versamm­lung in Fulda.
  • Dabei ist die erste General­sekretärin in der Geschichte der Deut­schen Bischofs­konferenz, Beate Gilles.
  • Im Mittel­punkt der Beratungen stehen strukturelle Konse­quenzen aus den Miss­brauchs­skandalen der vergangenen Jahre.
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Berlin. Die Bischöfe der Katholischen Kirche kommen ab Montag in Fulda erstmals unter der Leitung einer Frau zusammen. Die seit Juli als General­sekretärin der Deut­schen Bischofs­konferenz (DBK) amtierende Theologin Beate Gilles wird gemeinsam mit dem Vorsitzenden Bischof Georg Bätzing die viertägige Herbst­voll­versamm­lung der DBK leiten.

Das Zentral­komitee der deut­schen Katholiken (ZdK) sieht darin ein in die Zukunft gerichtetes Zeichen. „Es ist ein sehr gutes und wichtiges Signal, dass erstmals eine Frau diese Schlüssel­­position inner­halb der Deut­schen Bischofs­konferenz besetzt hat und ausfüllen wird“, sagte ZdK-Präsident Thomas Stern­berg dem Redaktions­Netz­werk Deutsch­land (RND). „Es ist ein Zeichen für die Veränderungs­bereit­schaft innerhalb der Katholischen Kirche. Letztlich geht es bei der Besetzung von Führungs­posten mit Frauen auch um die Teilhabe von mehr als 50 Prozent der Gläubigen“, so der Chef der Katholischen Laien­orga­nisa­tion.

Gilles ist die erste Frau in ihrem Amt und außer­dem die erste Person im Amt, die keine Geist­liche ist. So müsse es in der Katholischen Kirche weiter­gehen, forderte Sternberg. „Nicht alle Führungs­aufgaben erfordern eine priester­liche Weihe – sie können deshalb schon jetzt mit Frauen besetzt werden. Gleich­zeitig muss die Debatte darüber weiter­geführt werden, welche theo­logi­schen Argumente im Jahr 2021 noch tragen, die Frauen weiter­hin von der Weihe ausschließen.“

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Schwer­punkt der Beratungen der Bischöfe ist der Stand bei der Entwicklung des 2019 als Konsequenz der Miss­brauchs­skandale beschlossenen Synodalen Weges. Dabei geht es um den Abbau von Macht­strukturen inner­halb der Kirche, die Rolle von Frauen, die Lebens­verhältnisse von Priestern und die kirch­liche Sexual­moral.

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ZdK-Präsident Stern­berg mahnt, den Synodalen Weg konsequent weiter­zu­gehen. „Alle in der Katholischen Kirche wissen, dass Reformen nötig sind, nicht zuletzt, um Glaub­würdig­keit und Vertrauen zu gewinnen. Zentrales Anliegen dabei ist, Strukturen in der Kirche zu bauen, die zukünftig ein Miss­brauchs­geschehen weitest­gehend ausschließen“, sagte er dem RND.

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Die Aufarbei­tung der bekannten Fälle habe hohe Priorität, so Sternberg. „Die Aufarbei­tung muss konsequent geschehen. Auf diesem Weg ist noch eine Menge zu tun. Die Auf­arbeitungs­kommissionen sind noch nicht in allen Bistümern besetzt. Auch die Betroffenen­räte können noch nicht überall arbeiten. Ohne die Betroffenen ist Aufarbei­tung jedoch unmöglich“, sagte er.

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