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NRW-Gesundheitsminister: Kein Karneval bei jetziger Infektionslage

  • Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Debatte um Karneval in Corona-Zeiten angestoßen.
  • CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert eine schnelle Entscheidung.
  • Und der NRW-Gesundheitsminister setzt auf intensive Prüfungen des Infektionsgeschehens.
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Berlin. Aufgrund der Corona-Pandemie glaubt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann derzeit eher nicht, dass der nächste Karneval stattfinden kann. "Bei der jetzigen Infektionslage kann ich mir Karneval nicht vorstellen", sagte Laumann am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

Er wolle die Entscheidung darüber auf jeden Fall mit den Karnevalsvereinen zusammen treffen, sagte der CDU-Politiker. Man solle sich damit auch ruhig noch zwei, drei Wochen Zeit lassen. “Ich muss Ihnen aber auch sagen, und da will ich auch gar nicht hinterm Berg halten: Wenn in drei Wochen die Inzidenz da ist, wo sie jetzt ist, bin ich schon der Meinung, dass wir dann eher zu der Frage kommen, dass Karneval so nicht geht, wie wir das kennen. Wir haben ja auch im Frühjahr die Schützenfeste nicht gemacht, wir machen jetzt im Herbst die Kirmes nicht.”

Kramp-Karrenbauer will rasche Entscheidung

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine rasche Entscheidung über Karnevalsfeiern in Corona-Zeiten gefordert. Es sei “sehr notwendig, dass die Verantwortlichen in den Ländern und auch im Bund mit den (Karnevals-)Verbänden reden. Denn für alle Beteiligten muss aus meiner Sicht sehr schnell Klarheit geschaffen werden”, sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch im Fernsehsender “Welt”. Sie fügte hinzu: “Im Karneval steckt unglaublich viel Herzblut, Engagement” - und auch viel finanzielles Engagement.

Zuvor hatte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) skeptisch geäußert, ob wegen der Corona-Pandemie im kommenden Winter Karneval stattfinden könne. Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, sieht das kritisch. "Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können", sagte er auf WDR 2.

Stärkere Abstimmung auch beim Thema Schule

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Kramp-Karrenbauer sprach sich angesichts der Länderzuständigkeit für Bildungs- und Schulfragen für eine noch stärkere Abstimmung zwischen Bund und Ländern aus. Sie begrüße, dass es eine verstärkte Abstimmung gebe innerhalb der Kulturministerkonferenz und auch mit dem Bundesbildungsministerium. Der Bildungsföderalismus habe sich in vielen Teilen bewährt.

“Aber jetzt in der Krise geht es eben vor allen Dingen darum, so eng wie möglich sich abzustimmen und zusammen zu arbeiten.” Hier habe man in den vergangenen Monaten vieles gelernt. “Und ich bin fest überzeugt, dass man für die nächsten Monate manches auch noch besser und besser abgestimmt machen kann.”

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Kramp-Karrenbauer forderte angesichts der steigenden Zahl von Infizierten in Deutschland und Europa, alles daran zu setzen, “dass wir Menschenleben schützen und retten”. Priorität müsse sein, dass Kitas und Schulen besucht werden könnten. “Wir können es uns nicht noch Mal erlauben, dass Kinder ein halbes Jahr ohne Unterricht sind oder nicht wirklich gut unterrichtet werden.” Zudem müsse die Wirtschaft einigermaßen gut durch die nächsten Monate kommen, denn es gehe um Arbeitsplätze. Dazu solle jeder beitragen, indem er sich diszipliniert verhalte und etwa eine Maske auf der Straße oder am Arbeitsplatz trage.

SPD-Politiker sicher: Karneval geht nicht mit Schutzmaske

In der Debatte äußerte sich auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans skeptisch. “Das, was Karneval ausmacht, gerade in den Zentren des Karnevals, das wird nicht gehen”, sagte der Rheinländer am Mittwoch im ntv-“Frühstart”. Er sei “tief traurig, wenn er nicht in der üblichen Form ablaufen kann”. Walter-Borjans betonte aber: “Karneval, so wie er ist, geht nicht mit 1,50-Abstand und Schutzmaske.” Auch Veranstaltungen, wie man sie kenne, würden so nicht gehen. Am Ende sei das gar nicht kontrollierbar. Deswegen müsse man neue Formen finden.

Zuvor hatte sich bereits Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen der Corona-Pandemie skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden könne. Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, sieht das kritisch. “Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können”, sagte Kuckelkorn am Mittwoch bei WDR2.

“Das Virus versteht keinen Spaß”

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Kirsten Kappert-Gonther, sprach sich ebenfalls gegen Karneval während der Corona-Pandemie aus. “Karneval unter hygienischen Bedingungen ist schwer vorstellbar”, sagte Kappert-Gonther der Düsseldorfer “Rheinischen Post”. “Das Virus versteht keinen Spaß. Gesundheit muss vorgehen.”

RND/dpa

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