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Nach Spahn-Äußerung: Bund Deutscher Karneval wehrt sich gegen Absage der Session

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Dienstag in einer nicht öffentlichen Telefonkonferenz erklärt, dass er sich Karneval im kommenden Winter nicht vorstellen könne.
  • Als Grund nannte Spahn die Corona-Pandemie.
  • Nun warnt Klaus-Ludwig Fess, Chef des Bundesverbandes der Jecken, vor den Folgen.
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Berlin. Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, hat skeptisch auf jetzt bekannt gewordene Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reagiert, wonach er sich wegen der Corona-Pandemie im kommenden Winter Karneval nicht vorstellen könne. “Es ist im August viel zu früh, Veranstaltungen abzusagen”, sagte Fess dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Einer Pauschalabsage der Session können wir nicht zustimmen. Ich gehe davon aus, dass der Minister dazu noch ein klares Statement abgeben wird.”

Fess warnte vor wirtschaftlichen Schäden sowohl auf dem Land als auch in den karnevalistischen Hochburgen. “Da hängt viel dran”, sagte er. So verwies der BDK-Chef unter anderem auf die für das zweite Märzwochenende 2021 geplanten Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport in der Lanxess-Arena in Köln mit allein 40 Qualifikationsturnieren. Hier stünden bei einer Absage Kosten von 200.000 bis 300.000 Euro keinerlei Einnahmen gegenüber. Da gebe es Vorschusszahlungen für Mieten und andere Aufträge. Zudem müsse man “auch die soziale Komponente berücksichtigen”. Der BDK steht nach eigenen Angaben für mehr als 2,6 Millionen Menschen, davon mehr als 700.000 Jugendliche, die in mehr als 5300 Mitgliedsvereinen organisiert sind.

Wie die “Rheinische Post” berichtete, hatte der CDU-Politiker am Dienstag in einer Telefonkonferenz des Gesundheitsausschusses gesagt: “Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie, schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es.” Dem RND wurden diese Aussagen im Prinzip bestätigt.

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Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war Spahn von Mitgliedern des Ausschusses nach seinen Äußerungen zu Familienfeiern und Festen gefragt worden und was dies mit Blick auf den Karneval bedeuten würde. Spahn hatte angeregt, wegen des Ansteckungsrisikos noch einmal über die erlaubten Größen von privaten Festen zu sprechen.

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