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Karliczek: Empfehlungen der Leopoldina “exzellente Beratungsgrundlage”

  • Aus der Bundes- und Landespolitik verlautet erste Zustimmung zu den Empfehlungen der nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina zum schrittweisen Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen.
  • Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) bezeichnete sie als “exzellente Beratungsgrundlage”.
  • FDP-Fraktionsvize Michael Theurer nannte sie einen “Weckruf für de Bundesregierung”.
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Berlin/Halle. Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Empfehlungen der Leopoldina als "exzellente Beratungsgrundlage" für die anstehenden Entscheidungen der Bundesregierung zur möglichen Lockerung von Einschränkungen in der Corona-Krise bezeichnet. Die Bundesregierung werde "die fundierte wissenschaftliche Expertise" der Leopoldina auswerten und die Vorschläge im Kabinett und im Gespräch mit den Ländern beraten, erklärte Karliczek am Montag in Berlin. Absehbar sei: "Es wird längere Zeit dauern, bis an den Schulen wieder normaler Unterricht stattfinden kann." Oberstes Ziel bleibe, die Ansteckungsgefahr zu reduzieren und Risikogruppen zu schützen.

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Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt etwa im Bildungsbereich, unter Gesundheits- und Hygienevoraussetzungen so bald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise zu öffnen. Auch viele weitere Teile des öffentlichen Lebens könnten schrittweise wieder normalisiert werden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Mittwoch und am 19. April bei Schaltkonferenzen mit den Ministerpräsidenten darüber beraten, ob Teile der harten Beschränkungen wegen der Corona-Krise schrittweise zurückgefahren werden können.

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Karliczek betonte, Kinder und Jugendliche gingen anders mit den Einschränkungen um, etwa was die Einhaltung von Abstandsregeln oder das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes angehe. Die Leopoldina berücksichtige dies ebenso wie den höheren Bedarf an direkter Anleitung jüngerer Schülerinnen und Schüler. Nachdem die Leopoldina die Möglichkeiten digitalen Lehrens und Lernens betont und den Ausbau dieser Möglichkeiten nach der Krise fordert, sagte Karliczek, in diesem Bereich leiste der Digitalpakt Schule einen substanziellen Beitrag. Der Bund stelle bis 2024 insgesamt fünf Milliarden Euro bereit.

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Lob von Haseloff

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die Empfehlungen der Leopoldina ebenfalls gelobt. „Die Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Sitz in Halle/Saale ist die bisher fundierteste und plausibelste wissenschaftliche Handlungsempfehlung zur Corona-Krise“, erklärte der CDU-Politiker am Montag. Es würden klare Kriterien und konkrete Handlungsabläufe beschrieben. „Die Stellungnahme sollte eine wesentliche Grundlage für die am Mittwoch zu treffenden politischen Entscheidungen von Bund und Ländern darstellen.“ Dies betreffe besonders eine an exakte Vorgaben gebundene schrittweise Normalisierung des öffentlichen Lebens und die vorsichtige Öffnung des Bildungsbereiches. Haseloff warnte zugleich vor einer vorschnellen und generellen Aufhebung von Maßnahmen.

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“Weckruf für die Bundesregierung”

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Auch aus Teilen der Opposition im Bundestag verlautete Zustimmung zu den Leopoldina-Empfehlungen. FDP-Fraktionsvize Michael Theurer bezeichnete sie als weiteren Weckruf für die Bundesregierung. Der Bericht sei auch „Startschuss für die Bundesregierung zur Entwicklung und Umsetzung eines Masterplans zum stufenweisen Wiedereinstieg in eine neue Normalität“, erklärte Theurer am Montag. „Zudem ist es eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung wegen der immer noch fehlenden freiwilligen Corona-App und zugleich ein Appell, das schnellstens nachzuholen.“

RND/dpa

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