Karliczek dringt auf höheres Tempo bei Wasserstoffstrategie

  • „Grüner Wasserstoff“ – das hört man immer häufiger, wenn es um das Erreichen der Klimaziele geht.
  • Doch was ist das eigentlich? Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärt es im Gespräch mit dem RND.
  • Und formuliert ehrgeizige Ziele – aus ökologischen und ökonomischen Gründen.
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Berlin. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert schnellere Schritte für eine nationale Wasserstoffstrategie, um die Klimaziele erreichen und wirtschaftliche Vorteile nutzen zu können. „Deutschland muss bei der Nutzung des Wasserstoffs international an die Spitze“, sagte Karliczek dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Daher gilt es auch bei der nationalen Wasserstoffstrategie das Tempo zu erhöhen. Sie muss noch vor Weihnachten durch das Kabinett“, fügte sie hinzu. Danach stehe eine rasche Umsetzung an. „Der Grund ist einfach: Wasserstoff ist ein ganz zentraler Energieträger der Zukunft“, sagte die Ministerin.

Karliczek betonte, es gehe darum, das Potenzial des Wasserstoffs im Bereich Mobilität und Industrie zu fördern. „Ein Kernpunkt der nationalen Wasserstoffstrategie muss sein, dass wir grünen Wasserstoff etwa in der Chemie- und Stahlindustrie nutzen“, sagte sie. Grüner Wasserstoff – also Wasserstoff, der mit Hilfe von Ökostrom erzeugt wird – sei essenziell für das Erreichen der Klimaziele. „Mithilfe von grünem Wasserstoff können wir das Treibhausgas CO₂ in einen wertvollen Rohstoff für synthetische Kraftstoffe oder chemische Grundstoffe verwandeln“, sagte die Forschungsministerin.

Gleichzeitig liege ein enormes wirtschaftliches Potenzial für Deutschland darin. „Daher sollten wir die Forschung noch weiter ausbauen“, forderte die CDU-Politikerin. „Aus dem Klimafonds erhält mein Haus 300 Millionen Euro mehr. Aber das muss sich in der nächsten Zukunft noch fortsetzen“, sagte sie.

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Grund zur Eile sieht Karliczek nicht nur wegen der Klimaziele. „Es gibt einen rasanten internationalen Wettlauf darum, wer bei der Nutzung von Wasserstoff und der Entwicklung entsprechender Technologien führend ist“, sagte die Ministerin. Die Japaner, die Kanadier, die Australier: sie alle hätten das große ökonomische Potenzial erkannt, so Karliczek. „Deutschland will diesen Wettlauf anführen“, sagte sie. „Alles, was mit der Nutzung von Wasserstoff zu tun hat, soll die nächste bedeutende Generation von Produkten made in Germany werden.“

Vier Ressorts erarbeiten die Strategie

Grüner Wasserstoff sei in seiner heutigen Form noch viermal so teuer wie die klassischen Energieträger. „Da müssen wir ran und wollen noch mal verstärkt in die Forschung investieren, auch mit dem Ziel, die Herstellung des grünen Wasserstoffs kostengünstiger zu machen“, sagte Karliczek. „Deutschland muss bereits jetzt Partnerschaften mit Ländern organisieren, die für die Produktion von grünem Wasserstoff besonders in Frage kommen“, ergänzte sie.

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Momentan arbeiten vier Ressorts gemeinsam an der nationalen Wasserstoffstrategie: neben dem Forschungsministerium das Wirtschaftsministerium, das Verkehrsministerium und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Am kommenden Dienstag findet in Berlin eine Konferenz mit mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft statt. Die Konferenz soll allen Akteuren die Gelegenheit geben, ihre Standpunkte und inhaltlichen Beiträge für die nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung einzubringen. Danach will Karliczek mit den Kollegen im Kabinett schnell zu einem Ergebnis kommen.

RND

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