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Lauterbach warnt nach Stiko-Ankündigung: „Reihenfolge der Booster-Impfungen ist problematisch“

Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßt die Ankündigung einer Impfempfehlung ab 18 Jahren, fordert aber eine Priorisierung.

Berlin. Bevor die Ständige Impfkommission (Stiko) am Mittwoch über die nächsten Impfempfehlungen berät, hat sich Stiko-Chef Thomas Mertens am Dienstagabend im ZDF geäußert. Er kündigte an, dass eine Booster-Impfung bald für alle Menschen ab 18 Jahren empfohlen werden könnte. Derzeit empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die angekündigte Entscheidung der Impfkommission für richtig. „Die Stiko vollzieht mit der Booster-Empfehlung ab 18 Jahren, was in der Wissenschaft schon sehr lange bekannt ist“, sagte im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Wir wissen, keine Corona-Impfung ist vollständig ohne die dritte Impfung“, erklärte Lauterbach und fügte hinzu: „Alle Erwachsenen benötigen die Booster-Impfung, um einen vollständigen Schutz zu erhalten.“ Wichtig sei auch zu bedenken, dass die Booster-Impfung zwei Wochen brauche, bis sie wirkt.

Lauterbach: Reihenfolge der Booster-Impfungen ist problematisch

Allerdings dürfe die Stiko-Empfehlung nicht dazu führen, dass alle Menschen ab 18 Jahren umgehend einen Arzt für den Booster aufsuchen. Die Reihenfolge der Booster-Impfungen sei problematisch. „Die Stiko sollte klar festlegen, welche Gruppe als Nächstes dran ist“, so Lauterbach. Nicht alle Menschen sollten jetzt gleichzeitig die Auffrischungsimpfung bekommen. „Aus meiner Sicht müssen die über 70- und 60-Jährigen priorisiert werden, dann auch die über 50-Jährigen.“

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„Wir brauchen jetzt eine klare Vorgabe“, fordert der Experte. Wenn man den Booster für alle ohne Einschränkungen öffnen würde, lege man die Priorisierung in die Hände der Praxen. „Bei 30.000 Arztpraxen bedeutet das 30.000 unterschiedliche Priorisierungen“. Da auch die Impfzentren wieder geöffnet werden müssen, sollten sie die gleiche Priorisierung wie die Arztpraxen haben, fordert Lauterbach.

Zeitspanne bis zum Booster: vier, fünf oder sechs Monate?

In der Diskussion um die Auffrischungsimpfung steht auch die Frage im Raum, ob sich zweifach Geimpfte auch schon vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist den Booster holen können. Die Stiko empfiehlt bisher eine Zeitspanne von sechs Monaten, doch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält in einem Schreiben an Fachärzte auch frühere Booster für möglich.

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Für Karl Lauterbach ist klar: „Wenn die Stiko die Zeitspanne bis zur Booster-Impfung evidenzbasiert bewertet, wird sie meiner Einschätzung nach den Booster nach fünf Monaten empfehlen.“ Denn bis zum Ende des vierten Monats sei man noch sehr gut geschützt, dann lasse die Wirkung nach und so sei der Booster schon nach fünf Monaten empfehlenswert. „In Zukunft wird das Intervall für eine Auffrischung deutlich größer sein, da wir einen deutlichen Antikörperanstieg und andere verbesserten Abwehrmechanismen nach der dritten Impfung sehen“, sagte Lauterbach dem RND.

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