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„Macht es Angst?“: Lauterbach kontert Panikmachevorwurf von Virologe Schmidt-Chanasit

  • Karl Lauterbach und Jonas Schmidt-Chanasit sind auf Twitter aneinandergeraten.
  • Der Virologe warf dem SPD-Gesundheitsexperten indirekt eine schlechte Wissenschaftskommunikation vor.
  • Lauterbach konterte prompt.
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Berlin. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit haben sich auf Twitter einen Schlagabtausch geliefert. Der SPD-Politiker hatte zunächst auf dem Kurznachrichtendienst eine Studie geteilt, die im „International Journal of Molecular Science“ erschienen war. Dazu schrieb er: „Für die vielen, die Covid überstanden haben, muss noch viel getan werden. Studien zeigen klar, dass die Krankheit den Prozess der Alterung deutlich beschleunigt. Man altert im Zeitraffer und wird gegen chronische Krankheiten anfälliger sein.“

Schmidt-Chanasit warf ihm daraufhin indirekt schlechte Wissenschaftskommunikation vor. „Leitlinien zur guten Wissenschaftskommunikation: „Gute #Wissenschaftskommunikation arbeitet faktentreu. Sie vermeidet eine Darstellung, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen weckt“, antwortete er auf den Post von Lauterbach. Schmidt-Chanasit wurde im Zuge der Corona-Pandemie durch seine medialen Auftritte bekannt. Er arbeitet an der Universität Hamburg.

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Andere Nutzer warfen Lauterbach Schwarzmalerei und Angstmacherei vor.

Die Kritik des Virologen Schmidt-Chanasit ließ Lauterbach nicht so stehen. „Es gibt Kritik an Aussage, dass ein schwerer Covid Verlauf Alterungsprozess beschleunigen könnte. Hatte dazu Studie gepostet, es gibt viele, hier noch eine. Darf man das nicht? Macht es Angst? Muss man 5 Jahre abwarten bis Frage endgültig geklärt ist?“, schrieb er und teilte die zuvor geteilte Studie erneut.

Er fügte hinzu: „Natürlich muss man vorsichtig mit Warnungen sein und alle Studien kennen. Auch Einschränkungen. Z. B. tragen schwere Fälle Risikofaktoren, die selbst Alterung beschleunigen. Aber: das Gesamtbild zeigt: schweres Covid lässt altern. Auch Mechanismus wird klarer.“

Lauterbach erhält auch Lob dafür, dass er auf das Thema „Covid und Alterung“ aufmerksam macht. Die Selbsthilfegruppe LangzeitCovid schreibt: „Diese ‚Alterung‘ haben wir selbst erlebt und es ist uns auch anzusehen. Nicht nur, dass wir Fähigkeiten verlieren und evtl. nicht wiedererlangen – wir können nicht mehr zur Arbeit und kaum Privatleben führen. Die Organschäden werden immer häufiger diagnostiziert, es ist bitter.“

Auch andere Nutzerinnen und Nutzer berichten von persönlichen Erfahrungen mit Long Covid oder von Erfahrungen in ihrem Verwandten- und Freundeskreis. Laut einer Studie kommt es auch ein Jahr nach der Covid-Erkrankung noch zu Spätfolgen.

Korrektur: In einer früheren Version des Textes hatte es geheißen, Lauterbach habe eine weitere Studie zur Unterlegung seiner Aussage geteilt. Er teilte aber die gleiche Studie noch einmal. Wir haben die entsprechende Passage korrigiert.

RND/cz

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