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Lauterbach warnt: „Karneval kann zum Superspreader-Event werden“

  • Inmitten steigender Infektionszahlen in Deutschland beginnen am 11. November die Karnevalsfeierlichkeiten.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ruft dazu auf, Veranstaltungen in Innenräumen zu vermeiden.
  • Sein Rat: „Wenn möglich: Draußen feiern! Falls es drinnen ist, muss striktes 2G gelten. Mit Kontrollen.“
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Köln. Karl Lauterbach rät von Karnevalsfeiern in Innenräumen dringend ab. „Der Karneval kann zum Superspreader-Event werden“, sagte der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Köln.

„Wir stehen vor einer sehr massiven Welle“, warnte Lauterbach. Für den Karneval gelte deshalb: „Wenn möglich: Draußen feiern! Falls es drinnen ist, muss striktes 2G gelten. Mit Kontrollen. Aber auch dann sind Veranstaltungen in Innenräumen eine Riesengefahr. Deshalb ist jede abgesagte Karnevalsveranstaltung im Innenraum eine gute Veranstaltung. Denn sie schützt Leben.“

„Jeder, der in einen Innenraum geht, muss mit einem Impfdurchbruch rechnen“

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Auch wenn für Saalveranstaltungen 2G gelte – wenn also nur Geimpfte und Genesene zugelassen würden –, schaffe das keine wirkliche Sicherheit, weil der Impfschutz bei vielen schon nachlasse. „Jeder, der in einen Innenraum geht, muss mit einem Impfdurchbruch rechnen“, sagte Lauterbach.

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„Diese Impfdurchbrüche darf man nicht unterschätzen. Zum Glück ist es so, dass die ganz schweren Verläufe nicht so häufig sind. Aber dennoch sind viele Impfdurchbrüche schwerer, als der Laie sich das vorstellt. Sie können auch zu Long Covid führen.“

Die Pandemie sei zurzeit wie eine Kerze, die von zwei Enden her brenne. „Von unten brennt sie, weil viele immer noch nicht geimpft sind. Von oben brennt sie, weil die bereits Geimpften den Impfschutz verlieren. Das ist die Lage, in der wir uns derzeit befinden.“

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„Ich halte nichts davon, die Geimpften und Ungeimpften gegeneinander auszuspielen“

Lauterbach schloss sich ausdrücklich nicht dem Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, an, der bei „Anne Will“ von einer „Tyrannei der Ungeimpften“ gesprochen hatte. „Das kann man so nicht sagen. Wir haben keine Impfpflicht verabredet, und dementsprechend üben die Ungeimpften nur ihre Rechte aus. Ich halte nichts davon, die Geimpften und Ungeimpften gegeneinander auszuspielen“, sagte Lauterbach.

Was man brauche, sei eine konsequente Umsetzung von 2G – nicht nur im Karneval, sondern in allen vergleichbaren Situationen. „Wir brauchen bundesweit 2G, je schneller, desto besser.“ Dies werde letztlich zu einer erhöhten Impfbereitschaft führen, weil man von einem zu großen Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen sei.

„Und natürlich ist es auch so, dass der Anteil der Ungeimpften, die sich infiziert haben und über die Infektion die Immunität erworben haben, leider zunimmt.“

RND/dpa

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