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Lauterbach: „Kurzer, harter Lockdown für drei bis vier Wochen“ wäre ideal

Karl Lauterbach, SPD, aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland in Berlin, 19.03.2021.

Karl Lauterbach, SPD, aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland in Berlin, 19.03.2021.

Berlin. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen eine Rücknahme der jüngsten Lockerungsschritte und schärfere Maßnahmen, als sie bis Anfang März gegolten hatten. „Wir brauchen eigentlich einen härteren Lockdown, als wir ihn bis Anfang März hatten - und zwar jetzt bis Mitte April“, sagte Lauterbach am Sonntag im „Welt“-Interview vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag.

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Es gehe darum, die Zeit zu überbrücken, bis die Impfungen an Tempo aufnähmen und flächendeckend in allen Schulen und Betrieben Schnelltests zur Verfügung stünden. „Ideal wäre ein kurzer, harter Lockdown für drei bis vier Wochen, bis das Testen in Schulen und Betrieben richtig steht.“

Lauterbach warnte eindringlich vor den Folgen der Ausbreitung der Virus-Variante B.1.1.7. Diese sei ansteckender und tödlicher. Daher steckten sich auch Kinder leichter an, und 70-Jährige würden fast so häufig wie früher 80-Jährige sterben. „Alle Länder, die die Mutation B.1.1.7 in den Griff bekommen haben, brauchten dazu einen härteren Lockdown, als wir ihn derzeit haben. Niemand kam dabei ohne Ausgangssperren aus“, sagte der SPD-Politiker.

SPD-Chefin wirbt ebenfalls für härteren Lockdown

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen fordert auch SPD-Chefin Saskia Esken, die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie wieder zu verschärfen. „Bei allem Verständnis für unsere Frühlingsgefühle und für die Nöte in der Kultur, in Handel, Gastro und Tourismus: Solange Testen und Impfen nicht greifen, müssen wir die geplanten Öffnungen verschieben und nochmal einen Schritt zurück gehen in den Lockdown“, schrieb sie am Sonntag auf Twitter.

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Vor erneuten Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Montag hatten auch andere Politiker und Mediziner vor einer Zuspitzung der Lage gewarnt. Kurz nach den ersten Öffnungsschritten kommt deshalb zusehends die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ in den Blick - also die Rücknahme von Lockerungen, wenn sich in Regionen zu viele Menschen anstecken. Diskutiert werden aber auch Möglichkeiten für einen Osterurlaub zumindest im eigenen Bundesland und der Kurs bei den Schulen.

RND/dpa/ka

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