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  • Karl Lauterbach: Corona-Notbremse nicht ausreichend gegen dritte Welle

Lauterbach: bundesweite Notbremse nicht ausreichend

  • Das Bundeskabinett hat am Dienstag das geänderte Infektionsschutzgesetz beschlossen, mit dem die bundesweit gültige Corona-Notbremse kommt.
  • SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert dieses als zu schwach, um die dritte Welle zu brechen.
  • Auch sagt er, warum es seiner Ansicht nach ohne Ausgangsbeschränkungen nicht geht.
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Berlin. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die vom Bundeskabinett beschlossene bundesweite Notbremse insgesamt für zu schwach, um die dritte Welle zu brechen.

Bei Twitter schrieb er, die Bundesländer müssten zusätzlich zu dieser mehr machen. Seiner Ansicht nach spielen auch die Ausgangsbeschränkungen eine wichtige Rolle.

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Auch im Podcast „Talk mit K“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ kritisiert er die beschlossenen Schritte als nicht ausreichend. So sei die beschlossene Testpflicht nur das „Minimum dessen, was wir eigentlich benötigen“, er plädiere eher für zwei Tests pro Woche. „Die jetzige Regelung wird nicht ausreichen, um die großen Ausbrüche in den Griff zu bekommen, die wir angesichts der Corona-Mutationen zu erwarten haben“, sagte Lauterbach weiter.

Auch wiederholt er sowohl auf Twitter als auch in dem Podcast, warum er Ausgangssperren für wichtig hält. Studien zeigten, dass Ausgangsbeschränkungen wirkten, schreibt er. „Sie vermeiden wahrscheinlich abendliche Treffen drinnen.“

Ausgangsbeschränkungen würden auch einen Einfluss auf die Zahlen haben, „weil die Zahl der Menschen, die sich abends auf den Weg machen, geringer wird“, sagte er in dem Podcast. „Oft beginnen die Treffen ja draußen und enden drinnen.“ Man dürfe aber die Wirkung nicht überschätzen, Ausgangsbeschränkungen allein reichten nicht, um die Lage in den Griff zu bekommen.

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Lauterbach: Johnson-&-Johnson-Stopp kein „permanenter Rückschlag“

Trotz des Impfstopps in den USA und des verzögerten Marktstarts in Europa geht Lauterbach außerdem davon aus, dass das Johnson-&-Johnson-Präparat gegen das Coronavirus bald in Deutschland eingesetzt wird. „Ich glaube nicht, dass es ein permanenter Rückschlag ist, die Sinusvenenthrombosen waren auch bei Johnson & Johnson zu erwarten“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk.

Die Komplikationen seien aber so rar, „dass der Impfstoff nach einiger Zeit wieder verimpft wird in den Vereinigten Staaten, und der Impfstart in Europa dann auch beginnen wird“, sagte Lauterbach. „Man wird wahrscheinlich auch hier wieder darüber nachdenken müssen, ob man den Impfstoff bei den über 60-Jährigen spezifisch einsetzt.“

RND/das/dpa

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