CDA-Chef Laumann zur CDU-Sozialpolitik: „Wir blockieren uns doch selbst“

  • Die CDU muss in der Sozialpolitik nach Ansicht von CDA-Chef Karl-Josef Laumann glaubhafter werden.
  • Er wirft seiner Partei vor, sich in dieser Frage selbst zu blockieren.
  • Vom künftigen Parteichef fordert er mehr, als nur ein oder zwei Posten mit Sozialpolitikern zu besetzen.
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Berlin. Der Chef des CDU-Sozialflügels, Karl-Josef Laumann, hat seiner Partei in der Sozialpolitik Selbstblockade vorgeworfen und vom nächsten Parteichef gefordert, er müsse da „ran“. „Bei den Sozialthemen musste die CDA in den letzten Jahren stets gegen die eigene Partei arbeiten. Und das ist auch das Bild von der CDU in der Öffentlichkeit“, sagte Laumann dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

„Wir blockieren uns doch selbst“, kritisierte der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), der auch Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen ist. „Kein Wunder, dass den Wählern das nicht schmeckt. Hier muss der neue Parteivorsitzende ran“, forderte Laumann und fügte hinzu, das sei viel wichtiger als ein Handyverbot in den Sitzungen. Ein Handyverbot für Sitzungen hatte der Bewerber um den Parteivorsitz Friedrich Merz angekündigt.

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Konkret kritisierte Laumann zudem: „Ich bin es leid, dass wir als Partei etwas entscheiden und es dann von einzelnen Abgeordneten kaputt gemacht wird. Ich weiß sehr genau, wie das bei der Grundrente und bei den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gelaufen ist.“ Die Fachpolitiker der Union hätten mit der SPD sehr vernünftige Maßnahmen verhandelt und am Ende seien einige Fraktionsmitglieder von Journalist zu Journalist gelaufen, um zu verkünden, dass die CDU das so ja alles gar nicht wolle.

Laumann mahnt Parteivorsitzbewerber

Laumann schickte eine Mahnung an die drei Bewerber um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun. „Ich bin froh, dass alle Kandidaten nun das Soziale für sich entdeckt haben. Das zeigt: Aus der Wahlniederlage wurde gelernt“, sagte Laumann.

Es reiche jetzt aber nicht aus, ein, zwei Posten mit Sozialpolitikern zu besetzen. „Wir müssen auch inhaltlich ran. Steigende Mieten, schwindende Tarifbindung, die teils ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Paketbranche – da müssen wir was tun.“ Laumann betonte, er erwarte vom neuen Vorsitzenden, dass er diese Themen angehe und dafür sorge, dass die CDU das dann auch geschlossen als Partei nach außen vertrete.

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