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  • Karin Strenz mit 53 verstorben - wer war die CDU-Bundestagsabgeordnete

Abgeordnete stirbt mit 53: Wer war Karin Strenz?

  • Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz war offensichtlich privat auf Kuba.
  • Auf dem Rückflug hatte sie akute gesundheitliche Probleme, verstarb nach einer außerplanmäßgen Zwischenlandung in einem irischen Krankenhaus – Weggefährten sind erschüttert.
  • Gegen Strenz wurde wegen Korruptionsverdachts in der Aserbaidschan-Affäre ermittelt.
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Berlin. Der Condor-Flug DE 2199 vom kubanischen Touristenort Varadero nach Frankfurt/Main befand sich noch über dem Atlantik, als den Piloten ein medizinischer Notfall gemeldet wurde. Eine Passagierin hatte akute gesundheitliche Probleme. Die Boeing 767 landete am Sonntagmorgen kurz nach 8.30 Uhr deutscher Zeit außerplanmäßig auf dem irischen Flughafen Shannon.

Bei der Passagierin handelte es sich um die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz. Sie wurde ins Krankenhaus nach Limerick gebracht, die Ärzte konnten ihr Leben nicht mehr retten. Nach Angaben der irischen Zeitung „The Clare Herald“ hatte Strenz akute Herzprobleme.

Eine Obduktion wurde beauftragt, das Ergebnis liegt nach Angaben der irischen Polizei noch nicht vor. Die Schweriner Staatsanwaltschaft will die genauen Umstände über ein Rechtshilfeersuchen an Irland klären und hat ein Todesermittlungsverfahren eröffnet, wie etwa die „Ostsee Zeitung“ berichtet.

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Strenz war in Begleitung ihres Mannes und nicht als Parlamentarierin unterwegs. Es habe sich um keine Dienstreise im Auftrag des Deutschen Bundestags gehandelt, sagte ein Parlamentssprecher am Montag auf Nachfrage. Ein Sprecher der CDU/CSU-Fraktion teilte mit, dass es auch keine Fraktionsreise gewesen sei.

Strenz war seit 2009 Mitglied des Bundestags. Wie immer beim Tod eines oder einer Abgeordneten wurden die Fahnen am Bundestag einen Tag lang auf halbmast gesetzt.

Rehberg: „Ich bin erschüttert“

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Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sprach von einer menschlichen Tragödie. Auch der Bundestagsabgeordnete und CDU-Landesgruppenchef Eckhardt Rehberg zeigte sich tief betroffen von der Nachricht. „Ich bin erschüttert. Ich kenne Karin seit 20 Jahren“, sagt Rehberg der „Ostsee-Zeitung“. „Im Vordergrund steht jetzt natürlich das Beileid für ihren Mann und ihre Familie.“ Auch der SPD-Abgeordnete Frank Schwabe, der als Aufklärer der Aserbaidschan-Affäre der schärfste Kritiker von Strenz war, schrieb in einem Tweet: „RIP Karin Strenz“.

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Strenz war zuletzt mit Vorwürfen konfrontiert, sie habe Geld aus Aserbaidschan für Lobbytätigkeiten entgegengenommen. Gegen Strenz laufen – ebenso wie gegen den Bundestagsabgeordneten Axel Fischer – Ermittlungen wegen Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der Aserbaidschan-Affäre in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Konkret ging es um 15.000 Euro, die Strenz von einer Firma des früheren CSU-Abgeordneten Eduard Lintner erhielt. Lintner steht ebenfalls im Verdacht, Zahlungen aus Aserbaidschan erhalten zu haben. Strenz stritt ab, dass die Zahlung etwas mit Lobbytätigkeit zu tun hatte.

Aus der Union verlautete zuletzt mit Blick auf Strenz‘ Aserbaidschan-Verstrickung, diese sei weniger kalter Berechnung als „Naivität und Dummheit“ geschuldet. Im Übrigen sei ja klar gewesen, dass die 53-Jährige bei der Bundestagswahl nicht wieder antreten werde.

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Zugleich halten Beobachter die Nachsicht mit der CDU-Abgeordneten, die Partei- und Fraktionsspitze lange Zeit übten, rückblickend für einen schweren Fehler. Diese habe in die Fraktion hinein das falsche Signal gegeben, dass man sich vielerlei erlauben könne, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Das habe andere Abgeordnete wie Philipp Amthor (CDU), Georg Nüßlein (CSU) oder Nikolas Löbel (CDU) wiederum womöglich zu einer gefährlichen Risikobereitschaft ermuntert – und den politischen Schaden erst richtig anwachsen lassen.

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