Kardinal Marx über Antisemitismus: Bin in großer Sorge

  • Kardinal Reinhard Marx warnt vor dem wachsenden Antisemitismus in Deutschland.
  • Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz sagte, ihn besorge, dass sich immer mehr Menschen Verschwörungstheorien hingeben.
  • Judenhass finde so schnell einen Resonanzboden.
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Berlin. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat angesichts eines wachsenden Antisemitismus mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt gefordert.

"Ich bin in großer Sorge, weil ich unsere Gesellschaft erlebe, in der es immer mehr "closed shops", Blogs und Ideologien von Menschen gibt, die sich nicht belehren lassen, die sich in Verschwörungstheorien ergehen und rasch einen Resonanzboden für dumpfe Parolen des Antisemitismus finden", sagte Marx laut einer Mitteilung am Sonntagabend auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands.

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Unteilbar: Tausende demonstrieren in Berlin gegen Antisemitismus und Rassismus
1:51 min
Mehrere Tausend Menschen sind am Sonntag in Berlin gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus auf die Straße gegangen.  © Afp
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Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte demnach, dass der Anschlag in Halle zu Verunsicherung geführt habe. In Deutschland seien inzwischen antisemitische Äußerungen möglich geworden, die es vor einigen Jahren noch nicht gegeben habe. "Das ist ein Verschieben von roten Linien", so Schuster.

Solidaritätsbekundungen würden hingegen Hoffnung geben. "Was wir brauchen, ist sehr kostengünstig zu haben: Wir brauchen Zivilcourage eines jeden Einzelnen. Zivilcourage kann unser Land verändern. Dann wäre eine Menge erreicht."

RND/dpa/cle

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