• Startseite
  • Politik
  • Kanzlerkandidatur: CDU steht hinter Laschet – Gespräch mit Söder noch heute geplant

CDU steht in der K-Frage hinter Laschet – Gespräch mit Söder noch heute geplant

  • CDU-Chef Armin Laschet ist nach der Präsidiumssitzung am Montag persönlich vor die Öffentlichkeit getreten.
  • Schon zuvor war durchgesickert, dass der Parteichef aus den eigenen Reihen viel Rückendeckung erhalten hatte und die Kanzlerkandidatur für sich reklamieren soll.
  • „Alle wollen eine schnelle Entscheidung. Die Fakten liegen auf dem Tisch“, sagte Laschet.
Tobias Dinkelborg
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Ursprünglich sollte allein General­sekretär Paul Ziemiak die Öffentlichkeit am Montag­nachmittag über das Ergebnis der CDU-Präsidiums­sitzung informieren. Parteichef Armin Laschet ließ sich diese Gelegenheit allerdings nicht nehmen und trat kurzfristig ebenfalls vor die Hauptstadt­presse. „Ich habe mich sehr gefreut über die große Unterstützung im Präsidium und im Bundes­vorstand“, sagte Laschet in Berlin.

Aus dem CDU-Präsidium hatte Laschet am Montag­vormittag viel Rücken­deckung erhalten. Die in Präsenz tagende Runde sprach sich „einhellig“ – wie Ziemiak sagte – dafür aus, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident die Kanzler­kandidatur für sich reklamieren und nicht CSU-Chef Markus Söder überlassen solle.

Video
CDU-Spitzen für Laschet als Unionskanzlerkandidat
1:59 min
Das Präsidium der CDU hat sich Parteikreisen zufolge mehrheitlich für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen.  © Reuters
Anzeige

Weitere Beratungen mit dem bayerischen Minister­präsidenten sollen zeitnah stattfinden. „Ich werde recht bald heute mit ihm das Gespräch suchen“, betonte Laschet. „Eines war erkennbar: Alle wollen eine schnelle Entscheidung. Die Fakten liegen alle auf dem Tisch.“

Das CSU-Präsidium hatte für den Nachmittag angekündigt, über die K-Frage beraten zu wollen. Laschet und Söder hatten am Sonntag erstmals öffentlich ihre Bereitschaft erklärt, als Spitzen­kandidat der Union in den Bundestags­wahlkampf ziehen zu wollen.

Laschet sagt der AfD den Kampf an

Anzeige

Der CDU-Chef ist um schnelle Klarheit bemüht, weil die Probleme angesichts der Corona-Pandemie „so groß sind, dass wir uns nicht länger mit inner­parteilichen Themen beschäftigen sollten, sondern mit den großen Aufgaben, die vor Deutschland liegen“, sagte Laschet. Und er ergänzte: „Ich bin sicher, dass wir gemeinsam alle Chancen haben, die Bundestags­wahl zu gewinnen.“

Hauptstadt-Radar Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel mit dem 360-Grad-Blick auf die Politik im Superwahljahr. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

Sein Ziel: ein „modernes Deutschland“, betonte der nordrhein-westfälische Minister­präsident. „Ich will, dass wir die Klimaschutz­frage mit wirtschaftlichen Fragen verbinden. Ich will dafür kämpfen, dass wir ein Industrie­land bleiben.“ Zudem strebe er ein „nachhaltiges, aber auch vielfältiges Land“ an. „Wir wollen Millionen Menschen mit einer Einwanderungs­geschichte, die unsere Werte teilen, ebenfalls zu Wählerinnen und Wählern der Union machen. Die Chance ist so groß wie nie“, sagte Laschet.

Außerdem erklärte er der AfD, die am vergangenen Wochenende einen Präsenz­parteitag in Dresden abgehalten hatte, den Kampf. Diese Veranstaltung zeige, „dass die Lage ernst ist“. Laschet sprach von einer „Kamp­ferklärung gegen alles, was unsere Republik ausmacht“.

Die AfD leugne die Pandemie, den Klima­wandel und wolle Deutschland aus der EU herausführen. „Diese Partei darf keinen Einfluss auf die politische Gestaltung haben“, sagte Laschet. „Dafür werde ich persönlich stehen.“

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen