• Startseite
  • Politik
  • Kanye West: Republikaner unterstützen Kandidatur - Kann das Joe Biden schaden?

Republikaner: Mit Rapper Kanye West gegen den Demokraten Joe Biden

  • Rapper Kanye West bekommt für seine angekündigte Präsidentschaftskandidatur Hilfestellung aus Kreisen der Republikaner.
  • Offenbar hoffen sie auf die Stimmen von Afroamerikanern und jungen Wählern.
  • Aber wird das Manöver Joe Biden wirklich schaden?
Anzeige
Anzeige

Washington. Washington (AP) Um die angekündigte Präsidentschaftskandidatur von Kanye West ranken sich schon jetzt viele Spekulationen. Zu den jüngsten gehört der Verdacht, dass Verbündete von US-Präsident Donald Trump den Rapper unterstützen, um damit Joe Biden Wählerstimmen zu entziehen. Denn in wichtigen Staaten im ganzen Land helfen Republikaner West gerade dabei, sich für die Wahl zu qualifizieren.

Am Donnerstag etwa schaffte West es auf die Stimmzettel in Colorado. Zuvor hatte das Büro des Außenministers bestätigt, dass neun Wahlmänner, deren Stimmen sich der Musikstar sicherte, in diesem Staat wählen dürfen. Einer davon war der frühere republikanische Kongresskandidat Matthew Zielinski. Er glaube an einen "fairen Zugang zur Wahl", twitterte Zielinski, wollte sich aber nicht weiter äußern.

Ein ähnliches Muster wie in Colorado zeigte sich in Wisconsin, Ohio, Vermont und Arkansas, wo Anwälte oder Aktivisten mit Verbindungen zur Republikanischen Partei daran beteiligt waren, West einen Platz auf dem Stimmzettel zu verschaffen. Vor allem der Erfolg in den stark umkämpften Staaten Wisconsin und Ohio ließ bei den Demokraten die Alarmglocken läuten. Denn die Partei ist auf ein enges Rennen eingestellt und fürchtet jeden dritten Kandidat, der Biden Stimmen kosten könnte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Trumps Wahlkampfteam weist jede Beteiligung zurück. "Uns ist nicht bekannt, was Kanye West tut oder wer etwas für ihn tut", sagte Sprecher Tim Murtaugh. Der Präsident selbst erklärte, er möge West sehr, fügte aber hinzu: "Ich habe nichts damit zu tun, dass er auf dem Stimmzettel steht."

Video
“Gegen Gott, gegen Waffen!” – Trump teilt gegen Biden aus
1:31 min
US-Präsident Donald Trump hat kurz nach seiner Landung in Cleveland am Donnerstag Stimmung gegen seinen Herausforderer für das Präsidentenamt Joe Biden gemacht.  © Reuters

Ein Manöver um Biden zu schwächen?

Bidens Kampagne äußerte sich zunächst nicht zu Wests angekündigter Kandidatur. Der ehemalige Vizepräsident hat bei den demokratischen Vorwahlen eine hohe Zustimmung unter afroamerikanischen Wählern genossen. Er zählt darauf, bei ihnen auch im November weit vor Trump zu liegen, ebenso wie bei jungen Wählern. Eine Kandidatur der schwarzen Hip-Hop-Ikone West könnte ein Manöver sein, um Biden bei beiden Wählergruppen Stimmen wegzunehmen.

Anzeige

Die Teilnahme eines so prominenten Kandidaten wie West könnte eine knappe Wahl sicher beeinflussen. Allerdings tendieren afroamerikanische Wähler nicht dazu, Kandidaten ihre Stimme zu geben, nur weil diese schwarz sind, wie der Politikwissenschaftler David Jackson erklärt. Auch bei Amerikanern der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren habe West eher keinen guten Stand.

Ein Scheitern des Plans scheint wahrscheinlich

Daher werde ein Plan, viele Stimmen von Biden abzuziehen, womöglich scheitern, sagt der Forscher von der Bowling Green State University. Das Vorgehen beweise, "dass Leute von der entgegengesetzten Partei wirklich nichts wissen über die Zugkraft der anderen Partei". Stattdessen könnte es sogar passieren, dass der erklärte Trump-Anhänger West mit einer Kandidatur am Ende dem Amtsinhaber schaden würde.

Zu den republikanischen Unterstützern des Musikers in Wisconsin und Ohio gehören eine Anwältin und ein Anwalt mit langjährigen Verbindungen zu den Republikanern, Lane Ruhland und Matthew Aumann. Auch andernorts sind es Wahlmänner mit Nähe zur Grand Old Party.

In New Jersey und South Carolina verpasste West hingegen die Qualifikation für die Wahl. Bei einer Kundgebung klang er wie jemand, der weit entfernt davon ist, sich ernsthaft auf eine Präsidentschaftskandidatur vorzubereiten.

Anzeige

Für eine mathematische Chance, die für einen Einzug ins Weiße Haus notwendigen 270 Wahlmännerstimmen zu gewinnen, muss West es noch auf weitere Wahlzettel schaffen. Bis dahin darf er nicht an Debatten teilnehmen, bei denen er wohl den sichtbarsten Effekt erzielen könnte.

Der Rapper beteuert, dass es ihm ernst sei mit einer Kandidatur. Doch seine Ehefrau Kim Kardashian wies darauf hin, dass bei West eine bipolare Störung diagnostiziert worden sei. Sie bat die Öffentlichkeit um Mitgefühl für ihn. "Wer ihm nahesteht, kennt sein Herz, und weiß, dass seine Worte nicht immer mit seinen Absichten übereinstimmen", schrieb sie auf Instagram.

RND/AP

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen