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Kampf gegen Flächenfraß: Fachleute gründen Brownfield-Verband

  • Bis 2050 will die Bundesregierung den Flächenverbrauch in Deutschland auf netto null reduzieren.
  • Ohne die Nutzung alter Industriebrachen, sogenannter Brownfields, wird das kaum möglich sein.
  • Ein neuer Verband will einheitliche Standards und Regeln für die Sanierung belasteter Flächen entwickeln.
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Berlin. Flächenverbrauch gilt als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft. 56 Hektar, eine Fläche so groß wie 80 Fußballfelder, wird allein in Deutschland täglich für neue Straßen, Häuser und Gewerbegebiete erschlossen. Die Bundesregierung will das ändern.

Bis 2050 soll der Flächenverbrauch auf netto null gedrosselt werden. Was gut für die Umwelt ist, ist schlecht für die Wirtschaft: Bauflächen werden knapp. Schon heute haben expandierende Unternehmen immer größere Probleme, bebaubare Areale zu finden.

Eine Lösung könnte die Nutzung alter Industriebrachen sein, die im Fachjargon Brownfields heißen. Bislang allerdings scheitern Sanierung und Revitalisierung belasteter Flächen häufig an bürokratischen Hürden, ungeklärten Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen, vergleichsweise hohen Kosten oder schlicht daran, dass Besitzer und mögliche Nutzer nicht zueinander finden.

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Wichtige Unternehmen aus der Bauwirtschaft, der Entsorgungsbranche sowie aus Wirtschaftszweigen wie der Logistik, die sich bereits heute intensiv mit der Revitalisierung von Brachflächen beschäftigen, wollen das ändern. Sie haben sich auf Initiative der Plattform Brownfield24 zusammengeschlossen und den Deutschen Brownfield-Verband (DEBV) gegründet. Seit diesem Mittwoch können Firmen und Verbände Mitglied werden.

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Ziel: Ein einheitliches Kataster für Brachflächen

Der Zusammenschluss, der sich selbst als Verband „von Praktikern für Praktiker“ bezeichnet, hat sich vorgenommen, die Interessen der wichtigsten Akteure zu bündeln und die politischen Rahmenbedingungen mitzugestalten. So will sich der DEBV für den Aufbau eines standardisierten Brachflächenkatasters einsetzen und ein Zertifizierungssystem für Brownfield-Standards etablieren. Außerdem stehen die Entwicklung von Förderprogrammen sowie die Ausgestaltung eines möglichen Brownfield-Fonds auf der Vorhabenliste des jungen Verbandes.

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„Wenn der deutsche Flächenverbrauch bis 2050 auf netto null sinken soll, wird das ohne die verstärkte Nutzung von Brownfields nicht funktionieren“, sagte DEBV-Gründungsvorsitzender Raphael Thießen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Politik muss für einheitliche Regeln und Rahmenbedingungen sorgen – dabei wollen wir sie mit Rat und Tat unterstützen.“

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