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US-Frauen starten Kampagne gegen Angriffe auf Kamala Harris

  • Kamala Harris hat es nicht nur mit sexistischen, sondern auch rassistischen Äußerungen zu tun.
  • Bereits vor der Festlegung der demokratischen Vizepräsidentschaftskandidatin reagieren Frauengruppen.
  • Und zwar mit einer eigenen Kampagne.
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Die neue US-Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris muss sich nach Einschätzung von Frauengruppen auf Verleumdung und “brutale” Angriffe von Internetnutzern in den kommenden Monaten einstellen.

Bereits in den Wochen vor der Bekanntgabe, dass der designierte Präsidentschaftskandidat Joe Biden Harris ausgesucht hat, bereiteten die Gruppen eine eigene Kampagne vor: Sie wollen sexistische Berichterstattung und falsche Informationen über die Vizepräsidentschaftskandidatin beenden.

Im Falle einer Wahl wäre Harris die erste schwarze Vizepräsidentin der USA. Das hat nicht nur sexistische, sondern auch rassistische Äußerungen und falsche Angaben zu ihrer Kandidatur verursacht.

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Frauen starten Kampagne “We Have Her Back”

Die Frauengruppen haben den Medien übermittelt, dass sie voreingenommene Berichte nicht hinnehmen würden. Eine Kampagne heißt "We Have Her Back" (deutsch: wir stehen hinter ihr). Unter den Frauengruppen wurde sogar eine als "Kriegszimmer" bezeichnete Einrichtung gegründet, um sexistische und falsche Angriffe abzuwehren.

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Die Einrichtung werde falsche Informationen über Kandidatinnen in der Demokratischen und der Republikanischen Partei anprangern, teilte die Geschäftsführerin von Time’s Up Now, Tina Tchen, mit. Die Gruppe setzt sich gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ein.

Auf die Nominierung folgen zahlreiche Fake News

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Innerhalb weniger Minuten nach der Verkündung der Vizepräsidentschaftskandidatin am Dienstag zirkulierten in sozialen Medien falsche Angaben. Harris wurde nachgesagt, sie habe Biden einen "Rassisten" genannt. Des Weiteren habe sie keinen Anspruch auf das Präsidentenamt der USA.

Harris wurde in Oakland in Kalifornien geboren. Schon seit mehr als einem Jahr ist im Internet behauptet worden, sie könne nicht Präsidentin werden, weil ihre Eltern nicht in Amerika zur Welt gekommen seien. Jüngst gesellte sich unter Facebook-Nutzern eine weitere Version der Falschangaben hinzu: Sie gaben an, da Harris nicht Präsidentin sein dürfe, würde im Falle eines vorzeitigen Endes von Bidens Präsidentschaft die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, Präsidentin.

Wahr ist das nicht. Harris ist US-Staatsbürgerin und könnte das Präsidentenamt übernehmen. Dennoch sind die Falschinformationen von Tausenden Facebook-Nutzern geteilt worden. Das soziale Netzwerk hat die Angaben als falsch ausgewiesen, sie aber nicht entfernt.

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Donald Trump verstärkt Verschwörungstheorien

Die falschen Angaben zu Harris erinnern an die Verschwörungstheorien 2008 um den Demokraten Barack Obama, der erster schwarzer Präsident der USA wurde. Damals wurde behauptet, Obama sei in Kenia geboren worden, nicht in den USA.

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Der jetzige Präsident Donald Trump, damals ein Reality-TV-Star, trug zur Verschwörung bei. Die Behauptungen wurden im Wahlkampf so dominant, dass Obama eine Geburtsurkunde vorlegte, die bewies, dass er in Honolulu zur Welt kam.

Die jüngsten Angriffe auf die Staatsbürgerschaft von Harris wurden in einem Brief hervorgehoben, den mehr als 100 Abgeordnete aus den USA und international an die Facebook-Spitzen Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg schickten. Sie forderten die Unternehmer auf, falsche Angaben, Posts oder Konten aus dem Netzwerk zu nehmen, die eine Gefahr für Frauen darstellten.

Die Leiterin für Sicherheit von Frauen bei Facebook, Cindy Southworth, teilte mit, das Unternehmen werde mit den Abgeordneten zusammenarbeiten, um “neue Lösungen hervorzubringen”.

Harris soll Biden als “Rassist” bezeichnet haben

Kurz nachdem öffentlich gemacht worden war, dass Harris Bidens Vizepräsidentschaftskandidatin ist, gaben Trump-Anhänger und konservative Nachrichtenorganisationen an, Harris habe Biden bei einer Fernsehdebatte im vergangenen Jahr als "Rassisten" bezeichnet.

Tatsächlich hatte Harris zu Biden gesagt: “Ich glaube nicht, dass Sie ein Rassist sind.” Anschließend kritisierte sie Bidens Ablehnung von Maßnahmen mit Blick auf ein Ende der Trennung von Weißen und Schwarzen an Schulen.

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Der Einsatz der Frauengruppen geht nach deren Angaben auf den Sexismus zurück, mit dem die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton 2016 von Trump, einigen seiner Anhänger und den Medien konfrontiert worden sei.

"Dieses Mal verstehen wir die Muster, und dieses Mal haben wir die organisatorische Infrastruktur, um Widerstand zu leisten", teilte die Exekutivdirektorin der Frauenrechte-Gruppe UltraViolet, Shaunna Thomas, mit.

Die Frauengruppen werden hauptsächlich von demokratischen Mitgliedern angeführt. Sie werden aber von unabhängigen Gruppen und einigen Republikanern unterstützt.

Auch wenn zu erwarten sei, dass eine Vizepräsidentschaftskandidatin genau unter die Lupe genommen werde, würden Frauen häufig auf unfaire Weise als zu emotional, schwach oder nicht qualifiziert genug kritisiert, argumentieren die Frauengruppen. Die Attacken hielten Frauen davon ab, für ein Amt zu kandidieren.

Die Vizepräsidentschaftskandidatin von Biden werde im Mittelpunkt einer "hässlichen" Kampagne in den sozialen Medien stehen, sagte Christine Todd Whitman, die frühere Gouverneurin von New Jersey. "Das wird brutal sein, weil diese Plattformen es Menschen ermöglichen, Dinge anonym zu tun, Dinge anonym zu sagen", sagte die Republikanerin.

RND/AP

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