AfD-Mann im Krankenhaus: Kalbitz verletzt Parteifreund mit Boxschlag zur Begrüßung

Bei der Eröffnung ihres gemeinsamen Wahlkreisbüros ging es beiden noch gut: Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Dennis Hohloch (l.) und Andreas Kalbitz.

Bei der Eröffnung ihres gemeinsamen Wahlkreisbüros ging es beiden noch gut: Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Dennis Hohloch (l.) und Andreas Kalbitz.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Brandenburger AfD-Fraktion, Dennis Hohloch, liegt nach einem speziellen Arbeitsunfall in einem Berliner Krankenhaus. Er ist bereits auf dem Weg der Besserung. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) hat Hohloch innere Verletzungen erlitten.

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Das geschah vor einer Woche in den Fraktionsräumen im Potsdamer Landtag. Ursächlich für die Verletzungen ist anscheinend ein Begrüßungsboxschlag in die Seite des 31-Jährigen, der unbeabsichtigt heftig ausfiel.

Ein loyaler Kalbitz-Vertreter

Hohloch vertritt Andreas Kalbitz als Fraktionschef. Der 47-jährige Kalbitz lässt sein Spitzenamt in der Potsdamer Landtagsfraktion ruhen, solange er aus der Partei ausgeschlossen ist. Das AfD-Bundesschiedsgericht hatte seine Mitgliedschaft für ungültig erklärt, da Kalbitz beim Parteieintritt 2013 verschwiegen hat, dass er früher Mitglied der Republikaner und der, inzwischen verbotenen, rechtsextremen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) war. Die HDJ-Mitgliedschaft streitet Kalbitz ab; der Verfassungsschutz ist überzeugt, dass eine “Familie Andreas Kalbitz” dort Mitglied war.

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Schiedsgericht der AfD bestätigt Rauswurf von Kalbitz.

Der als rechtsextrem verdächtigte Kalbitz ist mit der Anfechtung seines Rauswurfs gescheitert.

Am Freitag verhandelt das Landgericht Berlin einen Eilantrag von Kalbitz gegen die Entscheidung des Parteigerichts. Der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem bezeichnete Politiker will sich in die AfD zurückklagen. Wie auch immer die Entscheidung am Freitag ausfällt, es ist davon auszugehen, dass sie in der AfD Fakten schafft. Denn eine Entscheidung in der Hauptsache würde wegen der Überlastung der Berliner Gerichte voraussichtlich erst 2021 verhandelt. Für die hektische und tief zerstrittene AfD ist ein Jahr eine Ewigkeit, in der Fakten geschaffen werden.

Die Verletzung des loyalen Kalbitz-Vertreters Hohloch schlägt daher große Wellen in der AfD-Gerüchteküche. Von “Prügelei” und Streit ist die Rede, Kalbitz habe Hohloch “krankenhausreif geschlagen”. Klar ist: Streit gab es keinen, eine Verletzungsabsicht auch nicht.

Hohloch selbst war im Krankenhaus telefonisch nicht für Nachfragen zu erreichen. Das RND konnte aber parteiinterne Chats und weitere Dokumente einsehen, die den Hergang eindeutig schildern.

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Demnach waren die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter gerade vom Mittagessen zurückgekehrt, Hohloch saß im Büro eines Fraktionskollegen im Gespräch. Kalbitz habe die Tür geöffnet und Hohloch statt einer Begrüßung unkontrolliert heftig in die Seite geboxt. Schon kurze Zeit später klagte Hohloch über heftige Magenschmerzen. Ärzte stellten am folgenden Tag innere Verletzungen fest.

Aus dem direkten Umfeld von Kalbitz verlautet, dass die Verletzung von Hohloch auf eine “Verkettung unglücklicher Umstände” zurückgehe. Der unabsichtlich heftige Schlag in die Seite wird nicht dementiert. Eine Auseinandersetzung oder einen Streit habe es nicht gegeben.

Brandenburger AfD-Mitglieder reagierten gegenüber dem RND schockiert auf die Nachricht der Verletzung des kommissarischen Fraktionschefs. Über Kalbitz sagen sie im Vertrauen: “Der hat sich nicht im Griff.” Es habe schon mehrere unvermittelte körperliche Übergriffe vor Zeugen auf Abgeordnete oder Mitarbeiter gegeben.


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