Junge Union warnt vor Schockstarre nach AKK-Rückzug

  • Die Junge Union fordert nach der Rückzugsankündigung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer einen klaren Zeitplan für die Kür des Kanzlerkandidaten.
  • Eine Schockstarre sei nicht angebracht, sagte JU-Chef Tilman Kuban.
  • Die Kommunalpolitische Vereinigung der Union beklagt mangelnden Spielraum für Kramp-Karrenbauer.
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Berlin. Nach der Rückzugsankündigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer warnt die Junge Union vor einer unklaren Strategie bei der Suche nach einem Kanzlerkandidaten. „Wir werden jetzt nicht in eine Schockstarre verfallen“, sagte der Junge-Unions-Vorsitzende Tilman Kuban dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Wir legen ein klares Verfahren und einen Zeitplan vor, wie wir zur Kanzlerkandidatur kommen.“

Kuban wies den Vorstoß der Thüringer CDU zurück, den Unvereinbarkeitsbeschlusses der Partei aufzuweichen, der Kooperationen mit AfD oder Linkspartei ausschließt. Kuban sagte dem RND: „Der Unvereinbarkeitsbeschluss steht."

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DNA der CDU oder Zwangsjacke?

„Es gehört zur DNA der CDU, dass wir nicht mit AfD oder Linkspartei zusammenarbeiten. Da gibt es keine zwei Meinungen“, sagte Kuban. Anderslautende Forderungen seien „Einzelmeinungen“. Thüringens CDU-Generalsekretär Raymond Walk hatte den Unvereinbarkeitsbeschluss als „Zwangsjacke“ bezeichnet und eine Veränderung gefordert.

Der Vorsitzende der kommunalpolitischen Vereinigung der Unionsparteien (KPV), Christian Haase (CDU), bemängelte, Kramp-Karrenbauer habe von der CDU zu wenig Gestaltungsspielraum bekommen. Haase sagte dem RND, der Rückzug Kramp-Karrenbauers sei „kein Tag der Freude für die CDU“.

Kramp-Karrenbauer sei von ihrer Partei zu wenig Freiheit gelassen worden. „Wenn jedes Mal, wenn sie nur einen Millimeter von etwas abweicht, Kritik aufkommt, ist das nicht gut.“ Gerade in den vergangenen Tagen habe Kramp-Karrenbauer in der Thüringen-Krise durchaus Führungsfähigkeit gezeigt.