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Kandidaten um CDU-Chefposten – Wer wird zum Favoriten der Jungen Union?

  • Der Wettstreit um den CDU-Vorsitz geht in die heiße Phase.
  • Die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU lädt Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen zum Vorstellungsgespräch nach Berlin.
  • Viele aus der Parteijugend würden jedoch lieber einen anderen CDU-Politiker reden hören.
Marc R. Hofmann
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Berlin. Fast schien es, als wäre der Wahlkampf um den CDU-Parteivorsitz in Vergessenheit geraten. Die Junge Union aber läutet am Samstag die finale Phase im Wettstreit um die Nachfolge der scheidenden Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer ein. Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen treten in Berlin zu einem „Pitch“ um die Stimmen der Jungen Union an.

Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Merz legt Wert auf ein faires sogenanntes Triell. „Meiner Meinung nach sollten wir Gelegenheiten haben klarzumachen, wie wir uns die Zukunft der Partei vorstellen, ohne deshalb gleich jede Einladung zum Dreikampf anzunehmen“, sagte Merz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Deshalb freue ich mich auf die Veranstaltung bei der Jungen Union.“

Die meisten JU-Mitglieder können nur digital zuschauen

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Nur vier ausgeloste Junge-Union-Mitglieder werden vor Ort in Berlin sein. 50 weitere werden per Zoomkonferenz hinzugeschaltet. Alle übrigen können das Aufeinandertreffen der Kandidaten ab 18 Uhr über die Social-Media-Kanäle der Jugendorganisation und auch im TV-Sender Phoenix verfolgen. Im Laufe der kommenden zwei Wochen stimmt die Jugendorganisation von CDU und CSU über ihren Favoriten ab. Die Nachwuchsorganisation stellt rund 100 der 1001 Delegierten auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart Anfang Dezember. Der JU-Bundesvorsitzende Tilman Kuban kündigte bereits an, das Votum für seine Wahlentscheidung als bindend zu betrachten.

Unter den Delegierten ist auch der Berliner JU-Vorsitzende Christopher Lawniczak. Er sagt: „Viele Mitglieder wissen noch nicht, wen sie wählen sollen oder sind von allen drei Kandidaten nicht so überzeugt.“ Die Veranstaltung sei daher eine gute Gelegenheit, die Aspiranten auf den Parteivorsitz abzuklopfen. Das Votum der Nachwuchsorganisation sei auch für ihn ein „gewichtiger Baustein“ für seine Entscheidung in Stuttgart.

Nachwuchspolitiker beurteilen Kandidaten kritisch

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Lawniczak geht mit den Kandidaten kritisch ins Gericht: „Das Momentum für Friedrich Merz von vor anderthalb Jahren ist vorbei.“ Einige JU-Mitglieder nähmen ihm übel, dass er sich nach der 2018 verlorenen Wahl um den Vorsitz nicht in ein Parteiamt habe einbinden lassen. NRW-Ministerpräsident Laschet werde als Konsenskandidat wahrgenommen. Dem Außenpolitiker Röttgen attestiert Lawniczak lediglich Außenseiterchancen.

Große Sympathie hegt er für einen Mann, der nicht auf dem Wahlzettel stehen wird: Jens Spahn. Der Bundesgesundheitsminister hatte sich entschieden, im Team mit Armin Laschet anzutreten und nur für einen Stellvertreterposten zu kandidieren. Lawniczak bedauert die Rollenaufteilung zwischen Laschet und Spahn. Ein Rollentausch sei jetzt nicht mehr möglich, ohne das Ansehen Laschets zu beschädigen, meint Lawniczak.

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Favorit ist schwer auszumachen

„Eine Mehrheit für einen der Kandidaten ist im Moment schwer abzusehen“, sagt auch die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Birte Glißmann. Aufgrund der Corona-Beschränkungen fehle der Austausch unter den jungen Politikern.

Glißmann hält von der Teamlösung mit Armin Laschet als Parteivorsitzendem und Jens Spahn als Stellvertreter viel. Noch lieber wäre aber auch ihr, wenn Spahn selbst für den Vorsitz kandidierte. „Dann würde ich ihn unterstützen“, sagt sie.

In Nordrhein-Westfalen hatten die Mitglieder gerade erst Gelegenheit, sich persönlich ein Bild von den Kandidaten zu machen. Laschet, Röttgen und Merz waren am 3. Oktober auf einer Veranstaltung des Landesverbands aufgetreten.

Landesverband aus Baden-Württemberg favorisiert Friedrich Merz

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„Weil alle Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen kommen, werden wir als Landesverband neutral bleiben“, sagt der Landesvorsitzende Johannes Winkel. Welcher Bewerber die meisten Stimmen von den Nachwuchspolitikern bekommt, sei an jenem Tag nicht deutlich geworden.

Anders ist das in Baden-Württemberg. Landesvorsitzender Philipp Bürkle ist sich seiner Entscheidung schon ziemlich sicher: „Ich favorisiere Friedrich Merz“, sagt er dem RND. Der Landesverband habe bereits im Frühjahr mit nur einer Gegenstimme entschieden, die Kandidatur des Wirtschaftspolitikers zu unterstützen.

„Darum bin ich mir sehr sicher, dass die JU-Delegierten aus Baden-Württemberg für Merz stimmen werden.” Aber auch Spahn sei ein hervorragender Politiker, sagt Bürkle: „Wir können aber nur den wählen, der auf dem Wahlzettel steht.“

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