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Forsa-Umfrage zeigt: Junge Generation akzeptiert neuen Lockdown

Die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen ist bei jungen Menschen sehr hoch.

Berlin. Die übergroße Mehrheit der jungen Erwachsenen in Deutschland befürwortet die am Sonntag beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des RedaktionsNetzwerks Deutschland hervor. Befragt wurden am Dienstag 1002 Bürgerinnen und Bürger. Demnach halten 68 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die Maßnahmen für richtig, weitere 19 Prozent hätten sich strengere Regelungen gewünscht. Nur 12 Prozent der jungen Erwachsenen lehnen die Maßnahmen ab. Unter allen Altersgruppen befürworten 63 Prozent der Befragten die Regelungen, weitere 22 Prozent meinen sogar, sie hätten noch strenger sein müssen. Der Anteil der Kritiker ist mit 51 Prozent bei den AfD-Anhängern am höchsten.

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„Die große Mehrheit von 81 Prozent aller Bundesbürger bedauert allerdings, dass die jetzt beschlossenen Maßnahmen angesichts der gestiegenen Infektionszahlen nicht schon vor einigen Wochen getroffen worden sind“, heißt es in der Auswertung des Forsa-Instituts. Nur eine Minderheit glaube, dass die jetzigen Maßnahmen noch rechtzeitig beschlossen worden seien.

Einzelne Bundesländer schon mit Alleingang

Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin hatten am Sonntag einen harten Lockdown verabredet, nachdem die Zahl der Neuinfektionen fast fünf Wochen lang um 20.000 pro Tag lag. Damit folgten sie einer Empfehlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina. Der Beschluss vom Wochenende sieht unter anderem vor, dass Schulen geschlossen sind oder die Präsenzpflicht dort aufgehoben ist. Auch der Einzelhandel – außer Läden mit Waren für den täglichen Bedarf – sowie Friseure und andere körpernahe Dienstleistungen sind seit diesem Mittwoch geschlossen. Im Privaten dürfen nur noch höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen.

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Den Beschlüssen vorausgegangen war der Versuch, durch einen Teil-Lockdown im November die zweite Welle der Corona-Infektionen zu brechen. In der vergangenen Woche sind die Infektionszahlen so rasch gestiegen, dass einzelne Länder wie Sachsen, Bayern und NRW schon vorab härtere Maßnahmen verhängten.

59 Prozent empfinden Maßnahmen maximal als geringe Belastung

Während die Maßnahmen bei den jungen Erwachsenen breite Akzeptanz finden, stößt das Agieren der Politik eher auf Kritik. Die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Eindämmung der Pandemie beurteilen nur 46 Prozent als gut (alle Altersgruppen: 42 Prozent). Auf die Frage, wie belastend die neuen Einschränkungen empfunden werden, sagen 54 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass sie diese als nicht so große oder geringe Belastung empfinden. Damit leiden sie etwas mehr als die Älteren. In der Bevölkerung insgesamt empfinden 59 Prozent die aktuell geltenden Maßnahmen als nicht so große oder geringe Belastung. Im Osten werden die Beschränkungen mit 45 Prozent häufiger als große oder sehr große Belastung gesehen als im Westen (41 Prozent). Männer empfinden die Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens mit 43 Prozent häufiger als große oder sehr große Belastung als Frauen (39 Prozent). Seit Oktober ist die Zahl derer, die von einer großen oder sehr großen Belastung sprechen, in der Gesamtbevölkerung von 32 auf 41 Prozent gestiegen.

Die Forsa-Umfrage im Auftrag des RND zeigt eine große Zustimmung zum neun Lockdown.

Die Forsa-Umfrage im Auftrag des RND zeigt eine große Zustimmung zum neun Lockdown.

Die Impfbereitschaft ist in der jungen Generation nicht sehr stark ausgeprägt. 42 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, dass sie sich sobald wie möglich gegen Covid-19 impfen lassen wollten. 45 Prozent wollten erst einmal abwarten, während gut jeder Zehnte (11 Prozent) strikt gegen eine Impfung ist. In der Gesamtbevölkerung liegt die spontane Impfbereitschaft bei 46 Prozent, während 43 Prozent erst einmal abwarten wollten. Gegen eine Impfung sind insbesondere Anhänger von AfD und FDP eingestellt.

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Nur 40 Prozent glauben an niedrige Infektionszahlen durch Maßnahmen

Die sogenannten Anti-Corona-Demos, die insbesondere gegen die Schutzmaßnahmen zielen, stoßen nur bei 8 Prozent der 18 bis 29-Jährigen auf Verständnis. In der Gesamtbevölkerung sind es 12 Prozent. Der Forsa-Umfrage zufolge ist nur eine Minderheit von 13 Prozent aller Bundesbürger und damit 4 Prozentpunkte weniger als im Vormonat der Ansicht, dass durch die aktuell geltenden Einschränkungen zu viele im Grundgesetz garantierten Rechte und Freiheiten eingeschränkt würden. Bei den AfD-Anhängern ist die Zahl mit 52 Prozent enorm viel höher.

Während die junge Generation Verständnis für die Beschlüsse zur Eindämmung der Pandemie aufbringt, ist die Hoffnung nicht sehr ausgeprägt, dass die Maßnahmen auch zum Erfolg führen. Nur 48 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gehen davon aus, dass die Infektionszahlen deutlich sinken werden. In der Gesamtbevölkerung glauben sogar nur 40 Prozent an einen durchschlagenden Erfolg.

Die aktuell geltenden Maßnahmen sollen bis zum 10. Januar andauern. Die Ministerpräsidenten wollen sich am 5. Januar erneut treffen, um über eine Fortsetzung der Beschränkungen oder mögliche Lockerungen zu beraten.

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