• Startseite
  • Politik
  • Julian Castro zur US-Wahl: Interview mit Barack Obamas Wohnungsbauminister

Julian Castro zur US-Wahl: „Niemand darf auf der Zuschauerbank sitzen bleiben"

  • Unter Barack Obama wirkte Julian Castro als Wohnungsbauminister, nun macht er Wahlkampf für Joe Biden.
  • Im RND-Interview spricht der 46-Jährige über die Anliegen der Latinos und die Chancen der Demokraten bei den Präsidentschaftswahlen.
  • Trotz zweideutiger Äußerungen des Präsidenten glaubt Castro an eine friedliche Machtübergabe durch Donald Trump.
|
Anzeige
Anzeige

Washington. Herr Castro, traditionell ist die Wahlbeteiligung von Hispanics eher niedrig. Wird die Aussicht auf eine zweite Amtszeit von Donald Trump das ändern?

Die ersten Anzeichen deuten darauf hin. In Arizona genauso wie in meinem Heimatstaat Texas und anderswo gehen viele Latinos schon jetzt wählen. Es sieht so aus, als falle die Beteiligung bei dieser Präsidentschaftswahl deutlich höher aus als 2016.

Und das zahlt bei den Demokraten ein?

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Da bin ich optimistisch. Aber wir dürfen uns auf nichts verlassen. Deswegen bin ich unterwegs. Die Menschen müssen verstehen, wie wichtig ihre Stimme ist. Sie müssen ihre Freunde, ihre Kollegen und Nachbarn auffordern, wählen zu gehen. Niemand darf auf der Zuschauerbank sitzen bleiben. Die Latinos stellen in den USA eine wachsende Bevölkerungsgruppe dar. Das Schicksal dieses Landes ist mit ihrem so eng verwoben wie nie zuvor. Wir müssen sicherstellen, dass sie ihre Stimme zu Gehör bringen.

„Wir dürfen uns auf nichts verlassen.“ Im Frühjahr bewarb sich Julian Castro selbst um die demokratische Präsidentschaftskandidatur. Nun kämpft der ehemalige Obama-Minister für Joe Biden. Links neben ihm: RND-Korrespondent Karl Doemens. © Quelle: Karl Doemens

Was sind die wichtigsten Themen für diese Wählergruppe?

Im Großen und Ganzen die Gleichen wie für alle. Sie wollen die Pandemie überwinden. Sie brauchen eine Gesundheitsversorgung. Sie wollen einen Job. Die Latinos sind eine hart arbeitende Gemeinschaft. Kleinunternehmer wollen zurück ins Geschäft und anpacken. Viele Eltern stellen fest, dass ihre Kinder auf der falschen Seite der digitalen Kluft stehen, die die Pandemie in der Bildung aufgerissen hat. Wir müssen investieren, damit diese Menschen ihre Chance auf Krankenversicherung, Beschäftigung, Bildung und Wohnung bekommen. Und genau das will Joe Biden. Er will Präsident aller, nicht nur der wenigen sein. Er will, dass jeder eine faire Chance hat, seinen Traum in diesem Land zu verwirklichen.

Anzeige
Die Schicksalswahl Der Newsletter mit Hintergründen und Analysen zur Präsidentschaftswahl in den USA.

Kann Arizona bei der Präsidentschaftswahl zum Zünglein an der Waage werden?

Anzeige

Donald Trump hat 2016 überraschend die Bundesstaaten Michigan, Wisconsin und Pennsylvania gewonnen. Ich glaube, Biden wird nicht nur diese drei Staaten zurückholen. Er wird auch Florida, Texas und Arizona erobern.

Wie groß ist die Gefahr, dass Trump das Ergebnis der Wahl einfach nicht anerkennt?

Eines der Dinge, die dieses Land besonders machen, ist der demokratische, geordnete und friedliche Ablauf der Machtübergabe. Das ist größer als eine einzelne Person. Wenn die Wähler am 3. November gesprochen haben, muss ihre Entscheidung respektiert werden und das Gesetz gelten. Die Wahl ist eine fundamentale Entscheidung der Menschen in diesem Land, nicht die eines Einzelnen. Ich glaube, wenn Donald Trump verliert, wird er gehen.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen