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UN-Berichterstatter für Folter über Assange-Urteil: „Man will ein Exempel an ihm statuieren“

Eine Gerichtszeichnung zeigt Julian Assange, Gründer von Wikileaks, der während des Prozesses mit Mund-Nasen-Schutz auf einer Bank im Verhandlungssaal des Strafgerichtshofs Old Bailey sitzt.

Genf. Der unabhängige Berichterstatter der Vereinten Nationen für Folter hat das Londoner Urteil im Fall Julian Assange scharf kritisiert. „Dies ist ein Armutszeugnis für die britische Justiz“, sagte Nils Melzer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Man kann über Assange denken, was man will, aber er ist nicht in einem Zustand, in dem man ihn ausliefern kann.“ Melzer sprach von einem „politisch motivierten Urteil“.

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Der Londoner High Court hat ein früheres Urteil gekippt, wonach Assange aus Sorge um seine Gesundheit und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA nicht ausgeliefert werden sollte. „Man will ein Exempel an ihm statuieren“, sagte Melzer. Es solle andere abschrecken, jemals wie Assange geheime Regierungsdokumente zu veröffentlichen.

Melzer kritisierte die „westliche Sicherheitskoalition“. „Da würde ich auch Deutschland zurechnen“, sagte er. „Sie alle wollen Assange nicht auf freiem Fuß sehen, weil sie das Business-Modell der Geheimhaltung schützen wollen.“

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Melzer hat Assange zuletzt im Mai 2019 persönlich im Gefängnis in London gesehen. Er habe aber Kontakt zu seinem engen Umfeld. Assange sei in Isolation, die auf so lange Zeit fast jeden breche. Er sei mit Medikamenten stabilisiert, aber in sehr labilem Gesundheitszustand. Es sei grotesk, dass Richter und Anwälte darüber verhandelten, ob Assange einem Verfahren vor einem geheimen Gericht in den USA gewachsen sei, während er selbst gesundheitlich nicht in der Lage war, der Anhörung zuzuhören. „Hier hat eine Entmenschlichung stattgefunden“, sagte Melzer.

RND/dpa

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