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  • Julian Assange: Richterin droht Wikileaks-Gründer mit Ausschluss von Prozess um USA-Auslieferung

Auslieferungsprozess: Richterin droht Assange mit Ausschluss

  • In London läuft der Auslieferungsprozess um den Wikileaks-Gründer Julian Assange.
  • Da er Zeugen mehrfach unterbrochen haben soll, hat die britische Richterin dem 49-Jährigen am Dienstag mit einem Ausschluss gedroht.
  • Bei einer Auslieferung droht Assange bis zu 175 Jahre Haft in den USA.
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London. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich bei einer Anhörung zum Auslieferungsersuchen der USA den Unmut der britischen Richterin zugezogen. Falls Assange nicht aufhöre, Zeugen zu unterbrechen, werde der Termin ohne ihn weitergehen, sagte die Richterin Vanessa Baraitser am Dienstag in London. Zuvor war der 49-Jährige einem Zeugen der Verteidigung ins Wort gefallen. Was Assange sagte, war für Journalisten nicht zu verstehen, die die Anhörung per Video-Link verfolgten.

Assange ist in den USA in 18 Punkten der Spionage und des Computermissbrauchs angeklagt, weil Wikileaks geheime US-Militärdokumente veröffentlicht hat. Als maximale Haftstrafe drohen Assange 175 Jahre. Seine Anwälte haben die Anklage als politisch motiviert kritisiert. Journalistenverbände und Menschenrechtsgruppen fordern Großbritannien auf, den Auslieferungsantrag abzulehnen.

Video
Assange und seine Unterstützer wehren sich gegen dessen Auslieferung in die USA
1:47 min
Das umstrittene Auslieferungsverfahren gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ging in eine neue Runde und wurde von Protesten begleitet.  © Reuters
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Der Zeuge Clive Stafford Smith von der Anwaltsorganisation Reprieve, den Assange unterbrach, sagte aus, Wikileaks habe geholfen, mutmaßliche US-Kriegsverbrechen in Afghanistan und in Guantánamo auf Kuba zu enthüllen. Baraitser stoppte die Aussage kurz und belehrte Assange: “Sie werden in diesem Verfahren zweifellos viele Dinge hören, mit denen sich nicht einverstanden sind. Wenn Sie das Verfahren stören, steht es mir frei, in Ihrer Abwesenheit fortzufahren.”

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Assange-Anhörungen sollen bis Oktober dauern

Am Montag hatte es Baraitser bereits abgelehnt, Anhörungen ins nächste Jahr zu verschieben, damit sich die Verteidigung in neue Vorwürfe aus den USA einarbeiten kann, die im Juni erhoben wurden.

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Die Anhörungen werden den Planungen zufolge bis Anfang Oktober dauern. Den Erwartungen nach wird Baraitser Wochen oder sogar Monate benötigen, um ein Urteil zu fällen. Danach ist eine Berufung der Verliererseite wahrscheinlich.

RND/AP

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