Jüdische Gemeinde: AfD-Erfolg in Thüringen “Signal des Schreckens”

Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland

Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland

Erfurt/Berlin/München. Nach dem Stimmenzuwachs für die AfD bei der Landtagswahl in Thüringen warnen jüdische Stimmen vor einem Rechtsrutsch in Deutschland. "Dass eine Partei wie die sogenannte Alternative für Deutschland auf Landesebene ein solches Ergebnis einfahren kann, zeigt, dass in unserem politischen System etwas grundlegend aus den Fugen geraten ist", erklärte Charlotte Knobloch, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

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Der AfD war es am Sonntagabend gelungen, ihr Ergebnis mehr als zu verdoppeln. Sie lag auf Platz zwei hinter der Linkspartei und vor der CDU.

Mit ihrer Stimme haben viele Wahlberechtigte eine Partei unterstützt, die seit Jahren mit ihrer Verharmlosung der NS-Zeit, ihrem offenen Nationalismus und dem von ihr geschürten Hass gegen Minderheiten, darunter auch die jüdische Gemeinschaft, den Nährboden für Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt bereitet.

Charlotte Knobloch

Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

"Mit ihrer Stimme haben viele Wahlberechtigte eine Partei unterstützt, die seit Jahren mit ihrer Verharmlosung der NS-Zeit, ihrem offenen Nationalismus und dem von ihr geschürten Hass gegen Minderheiten, darunter auch die jüdische Gemeinschaft, den Nährboden für Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt bereitet", so Knobloch weiter.

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Der Zentralrat der Juden reagierte ebenfalls mit Entsetzen auf das gute Abschneiden der AfD. "Fast ein Viertel der Wähler in Thüringen hat sich für eine rechtsradikale Partei entschieden", sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Montag. Da es gerade in Thüringen keinen Zweifel an der rechtsnationalen Ausrichtung der AfD gebe, könne er die "Ausrede der Protestwahl" nicht gelten lassen. Viele AfD-Wähler hätten sich "mit billiger rassistischer Stimmungsmache und Abwertung der regierenden Parteien einfangen lassen". Schuster fügte hinzu: "Wer AfD wählt, wählt den Weg in ein antidemokratisches Deutschland."

Auch das Internationale Auschwitz Komitee mahnte angesichts der Wahlergebnisse. "Für Überlebende der deutschen Konzentrationslager ist diese massive Zunahme der Stimmen für die AfD in Thüringen ein erneutes Signal des Schreckens, das eine weitere Verfestigung rechtsextremer Grundeinstellungen und Tendenzen in Deutschland befürchten lässt", teilte Vizepräsident Christoph Heubner mit.

RND/dpa

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