JU-Chef Kuban stellt Führungsfrage im CDU-Bundesvorstand

  • Wackelt jetzt die Position von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer?
  • JU-Chef Kuban hat im Bundesvorstand die Führungsfrage gestellt.
  • Anlass ist die Wahlniederlage der CDU bei der Landtagswahl in Thüringen.
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Berlin. Nach dem Wahldebakel bei der Landtagswahl in Thüringen ist in der CDU ein offener Machtkampf ausgebrochen. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Teilnehmerkreisen erfuhr, ist Junge-Union-Chef Tilman Kuban in der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes am Montag offen auf Distanz zu CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gegangen.

Demnach hat Kuban gefordert, die Kanzlerkandidaten-Frage zu klären. Außerdem habe der Vorsitzende des CDU-Nachwuchsverbandes die Frage aufgeworfen, ob Kramp-Karrenbauer noch die richtige Parteichefin sei. „Wir haben eine offene Führungsfrage“, sagte ein Teilnehmer dem RND.

Kramp-Karrenbauer erhält viel Applaus für ihre Erwiderung

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Die CDU-Vorsitzende soll sich daraufhin heftig verteidigt und mit dem Hinweis reagiert haben, Kuban könne ja einen Antrag dazu stellen. Kramp-Karrenbauer habe für ihre Erwiderungen deutlichen Applaus bekommen, berichten Teilnehmer der Sitzung.

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Keine rot-rot-grüne Koalition mehr in Thüringen – trotz eines historischen Ergebnisses der Linken bei der Landtagswahl. Wer wird jetzt in Erfurt regieren?  © Jörg Köpke/dpa

Kramp-Karrenbauer hat ihren hingegen ihren Führungsanspruch bekräftigt. Im Bundesvorstand sei vom Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, „die Führungsfrage gestellt worden“, bestätigte sie nach der Sitzung am Montag in Berlin. Sie habe darauf hingewiesen, dass sie sich um den Vorsitz beworben habe, was allen als Möglichkeit offengestanden habe. Sie verbinde damit die Verantwortung, auf dem Parteitag 2020 die Entscheidung unter anderem über die Kanzlerkandidatur vorzulegen.

Kramp-Karrenbauer fügte hinzu, dass die CDU „aus gutem Grund“ immer daran festgehalten habe, dass Kanzleramt und Parteivorsitz in einer Hand lägen. „Weil dann, wenn das nicht der Fall ist, man die Unruhe spürt, die wir zurzeit auch in der Partei haben.“

Die CDU-Chefin betonte, dass diese Situation im Moment von allen „ein Höchstmaß an Verantwortung“ verlange. „Ich bin dieser Verantwortung in dieser Debatte bisher gerecht geworden. Und alle anderen müssen sich entscheiden, ob sie dieser Verantwortung auch gerecht werden wollen.“

Wer immer meine, die Frage müsse jetzt in diesem Herbst entschieden werden, habe auf dem Parteitag im November dazu die Gelegenheit, sagte sie offenkundig mit Blick auf die Kanzlerkandidatur.

Ihr früherer Konkurrent beim Rennen um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, hatte zuvor bereits gefordert, die Partei dürfe das schlechte Abschneiden in Thüringen nicht ignorieren und ohne Konsequenzen zur Tagesordnung übergehen.