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  • Jovenel Moïse ist tot: Haitis Präsident von Unbekannten erschossen

Haitis Präsident Jovenel Moïse von Unbekannten erschossen

  • Der Angriff soll sich um 1 Uhr nachts ereignet haben.
  • Laut Medien- und Agenturberichten ist der Präsident von Haiti, Jovenel Moïse, in seinem Haus angegriffen und erschossen worden.
  • Wer dahintersteckt, ist bislang unklar.
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Port-au-Prince. Eine Gruppe Unbekannter hat den privaten Wohnsitz des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse in der Nacht angegriffen und diesen erschossen. Das sagte Interimspremierminister Claude Joseph am frühen Mittwoch in einer Erklärung, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Laut BBC soll auch die First Lady bei dem Überfall verletzt worden sein. Der Angriff soll sich demnach um 1 Uhr nachts ereignet haben.

Joseph verurteilte laut ABC News die Tat, die er als „hasserfüllten, unmenschlichen und barbarischen Akt“ bezeichnete, und betonte, dass Haitis Nationalpolizei und andere Behörden die Situation unter Kontrolle hätten.

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Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle. „Es werden alle Maßnahmen ergriffen, um den Fortbestand des Staates zu gewährleisten und die Nation zu schützen“, hieß es in der Mitteilung weiter. „Die Demokratie und die Republik werden obsiegen.“ Joseph war bis Dienstag Regierungschef, bevor er von Ariel Henry abgelöst wurde.

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Moïse regierte seit Januar 2020 per Dekret. Da eine für Oktober 2019 vorgesehene Parlamentswahl unter anderem wegen heftiger Proteste gegen ihn ausgefallen war, hat Haiti seit Beginn der neuen Legislaturperiode kein Parlament mehr.

Haiti steckt in einer tiefen politischen Krise. Da eine für Oktober 2019 vorgesehene Parlamentswahl unter anderem wegen heftiger Proteste gegen Moïse ausgefallen war, hat Haiti seit Beginn der neuen Legislaturperiode im Januar 2020 kein Parlament mehr. Moïse regierte seither per Dekret.

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Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Proteste gegen Moïse haben es in den vergangenen Jahren immer wieder lahmgelegt. Ihm werden Korruption und Verbindungen zu gewalttätigen Banden vorgeworfen.

Kämpfe solcher Banden um die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Port-au-Prince trieben nach UN-Zahlen seit Anfang Juni fast 15 000 Menschen in die Flucht. Rund 4,4 Millionen der gut 11 Millionen Haitianer brauchen demnach humanitäre Hilfe. Zudem nahmen die Corona-Neuinfektionen und Todesfälle zuletzt deutlich zu.

RND/das/dpa

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