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  • Jopgipfel im März: Gesetz zu Fachkräfteeinwanderung - worum geht es?

Jobgipfel im Kanzleramt: Deutschland sucht händeringend Fachkräfte

  • Mehr als jedes zweite Unternehmen sieht in fehlenden Fachkräften inzwischen das größte Risiko.
  • Die Regierung will nun gegensteuern, indem die Hürden für Zuwanderung von Qualifizierten gesenkt werden.
  • Doch was ist im Einzelnen geplant?
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Berlin. Am späten Montagnachmittag sollte im Kanzleramt eine Spitzenrunde unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammenkommen. Die Partner hatten sich schon im Vorfeld auf viele Punkte verständigt, um dem Fachkräftemangel in Deutschland mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Ein Überblick.

Was soll der Fachkräftegipfel im Kanzleramt bringen?

Die Runde – mit Spitzenvertretern von Bund, Ländern, Arbeitgebern und Gewerkschaften – hatte sich vorgenommen, flankierende Maßnahmen zum neuen Einwanderungsgesetz für Fachkräfte auf den Weg zu bringen, das Anfang März 2020 in Kraft tritt. Mit dem Gesetz werden die Hürden für Arbeitsmigration nach Deutschland gesenkt – für Qualifizierte mit ausreichenden Deutschkenntnissen aus Ländern außerhalb Europas. Sie durchlaufen die genannte Vorrangprüfung, bei der geklärt wird, ob nicht auch Bewerber aus Deutschland oder dem EU-Ausland infrage kommen.

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Was wird auf dem Jobgipfel vereinbart?

Die Bundesregierung will Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiver machen und plant beschleunigte Visaverfahren sowie eine Anwerbeoffensive. So hieß es in einem Entwurf der Absichtserklärung für den Fachkräftegipfel. „Zusätzliches Personal in den Visastellen und der Aufbau einer zentralen Arbeitseinheit zur Unterstützung der Visumbearbeitung aus dem Inland werden den Prozess der Visumerteilung an den Auslandsvertretungen beschleunigen, um derzeit bestehende Wartezeiten zu verringern“, heißt es im Textentwurf. Ziel sei es, zügig die Voraussetzung für digitale Antragstellung und papierlose Übermittlung der Unterlagen zu schaffen. Die Bundesregierung will außerdem die Deutschkurse an den Goethe-Instituten ausbauen.

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Deutschland will mehr ausländische Fachkräfte anlocken
1:20 min
Ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern wird für viele Unternehmen langsam gefährlich. Ein neues Gesetz soll nun Abhilfe schaffen.  © Rasmus Buchsteiner/AFP

Und was tut die Wirtschaft?

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Die Wirtschaft solle geeignete Fachkräfte bei den Kosten für die sprachliche Qualifizierung im Herkunftsland unterstützen. Die Bundesagentur für Arbeit soll mithilfe von „Vermittlungsabsprachen mit ausgewählten Herkunftsländern“ geeignete Bewerber anwerben. Mit dem Aufbau solcher Länderpartnerschaften solle zügig begonnen werden. Dies bekräftigte am Montag auch Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. Die Bundesregierung will „Rekrutierungsreisen“ für kleine und mittelständische Unternehmen fördern. Außerdem soll das Informationsportal „Make it in Germany“ ausgebaut und zur zentralen Anlaufstelle für interessierte Fachkräfte und Firmen werden.

Wie groß ist eigentlich der Fachkräftemangel in Deutschland?

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Das lässt sich nicht genau beziffern. Freie Stellen blieben in Deutschland zuletzt im Schnitt 118 Tage unbesetzt – sechs Tage mehr als noch im Zeitraum Mai 2017 bis April 2018. Auf 100 gemeldete Arbeitsstellen kamen zuletzt 232 Arbeitslose. Zum Vergleich: 2009 waren es noch 1083 Arbeitslose. Laut Bundesagentur für Arbeit kann von umfassendem Fachkräftemangel (noch) keine Rede sein, wohl aber von Engpässen. Die Bandbreite der Berufe, auf die das zutrifft, reicht von der Pflege über viele technische und handwerkliche Berufe bis hin zu Lkw-Fahrern und Lokführern. Laut Bundesregierung fehlen in vielen Unternehmen, Branchen und Regionen Fachkräfte: „Unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen wird der demografische Wandel den Fachkräftemangel weiter verstärken.“

Kann die Fachkräftelücke nicht mit Einheimischen geschlossen werden?

Zum Teil wäre das sicherlich möglich, wenn auch mit vergleichsweise hohem Aufwand: Etwa wenn es gelänge, die Beschäftigungsquoten von Frauen oder Älteren zu erhöhen. Eine weitere Möglichkeit wäre konsequentes Nachqualifizieren von Langzeitarbeitslosen. Es gebe im Inland ein Fachkräftepotenzial, „das über Qualifizierung und Weiterbildung endlich gehoben werden muss“, mahnt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Aktuell gibt es 1.380.000 Arbeitslose in Deutschland, die schon länger als ein Jahr arbeitslos sind. Viele von ihnen bringen allerdings nicht die Fachkraftqualifikationen mit, die von den Unternehmen benötigt werden.

Wie attraktiv ist Deutschland überhaupt für qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland?

„Deutschland steht international in starkem Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte“, heißt es in der vorbereiteten Abschlusserklärung für den Fachkräftegipfel. „Wir müssen deshalb unsere attraktiven Arbeits- und Lebensbedingungen besser präsentieren, um das Interesse ausländischer Fachkräfte zu wecken.“ Bei der Attraktivität lande die Bundesrepublik unter den mehr als 30 OECD-Industrieländern nur auf Rang zwölf, heißt es in einer Untersuchung von Bertelsmann Stiftung und OECD.

Das größte Defizit liege in den eher schlechten beruflichen Chancen hierzulande – besonders wenn die Zugewanderten einen akademischen Abschluss aus Nicht-EU-Ländern mitbringen. Bei Zuwanderern, die ein Unternehmen gründen wollen, landet Deutschland dagegen auf einem guten sechsten Platz in dem Ranking. Schaut man auf die – um Steuern und Preisniveau bereinigten – Löhne, sei Deutschland mit Rang 25 aber wiederum wenig attraktiv.

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Ein weiterer Kritikpunkt: Ausländische Akademiker sind hierzulande oft nicht in Jobs tätig, die ihrem Qualifikationsniveau entsprechen. Das sei auch negativ für die Volkswirtschaft und halte andere gut ausgebildete Menschen davon ab, nach Deutschland zu kommen, so die Bertelsmann Stiftung.


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