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Jom Kippur – der Tag der Versöhnung ist das heiligste Fest der Juden

  • Der jüdische Feiertag Jom Kippur ist der höchste Festtag im Judentum.
  • Das "Versöhnungsfest" beginnt zehn Tage nach dem jüdischen Neujahrsfest.
  • Rund um den Feiertag gibt es viele Traditionen - aber immer wieder kommt es auch zu Gewalt gegen Juden.
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Hannover/New York. Nur wer sich mit seinen Mitmenschen aussöhnt, darf auf Versöhnung mit Gott hoffen – heißt es. Jom Kippur ist zugleich Abschluss von zehn Bußtagen, die mit dem Neujahrsfest Rosch Haschana beginnen.

Gläubige Juden fasten vom Beginn des Versöhnungsfestes am Vorabend bis zum nächsten Abend. Die Ursprünge liegen im 3. Buch Mose im hebräischen Teil der Bibel. In biblischer Zeit war der Versöhnungstag der einzige, an dem der Hohepriester das Allerheiligste des Tempels betrat. Zudem lud man die Sünden des Volkes symbolisch auf einen Bock, der in die Wüste geschickt wurde. Darauf geht der sprichwörtliche Sündenbock zurück.

Was feiert man an Jom Kippur?

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Jom Kippur bedeutet übersetzt "Tag der Sühne". An diesem Tag soll Gott alle ernsthaft bereuten Sünden vergeben, gläubige Juden feiern die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen.

Das Versöhnungsfest beginnt zehn Tage nach Rosch Haschana (auch Rosch ha-Schana), dem jüdischen Neujahrsfest, und gilt als höchster Festtag im Judentum. Als solcher wird Jom Kippur von der Mehrheit der Juden, auch der nicht religiösen, eingehalten.

Wann findet Jom Kippur statt?

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Nach dem jüdischen Kalender beginnt Jom Kippur bei Sonnenuntergang vor dem zehnten Tag des Monats Tischri. Dadurch fällt der jüdische Feiertag im gregorianischen Kalender auf unterschiedliche Tage im September und Oktober. In diesem Jahr findet Jom Kippur am Mittwoch, 9. Oktober statt. 2020 fällt Jom Kippur auf den 28. September.

Traditionen rund um Jom Kippur

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Am Versöhnungstag zünden gläubige Juden in ihrem Haus ein Licht zur Erinnerung an die Verstorbenen an, das 24 Stunden brennen soll. Der Gottesdienst in der Synagoge dauert den ganzen Tag, vor allem Orthodoxe tragen weiße Kleidung und eine weiße Kopfbedeckung. Ein Festmahl im großen Kreis krönt den Tag.

Strenge Juden ab 13 Jahren fasten an Jom Kippur. Die Fastenzeit beginnt kurz vor Sonnenuntergang des Vortags und dauert bis zum nächsten Sonnenuntergang. Es handelt sich um den einzigen Fasttag, der auch am Sabbat, dem jüdischen Ruhetag, begangen werden darf. Manche Menschen verzichten zudem auf Sex, Duschen, Schminken, Fernsehen oder Computerspiele. Auch das Tragen von Leder wird an Jom Kippur von einigen vermieden.

Zur Tradition gehört auch, dass man versucht, sich mit Menschen, mit denen man im Laufe des Jahres Streit hatte, zu versöhnen und materielle Schäden zu begleichen.

Restaurants an Jom Kippur geschlossen

Touristen in Israel bietet sich an Jom Kippur ein beeindruckendes Bild, denn der Alltag kommt fast vollständig zum Erliegen. Restaurants, Cafés und Geschäfte bleiben geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel und viele private Autos fahren nicht. Auch Museen und andere öffentlichen Einrichtungen haben geschlossen. Touristen bleibt also nur der Gang zum Strand oder ein Bummel durch die Stadt. Einige arabische Geschäfte haben an Jom Kippur geöffnet.

Antisemitische Vorfälle nehmen zu - auch an Jom Kippur

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Immer wieder kommt es an Jom Kippur zu Gewalt und Terror gegen Juden. Das Amerikanisch-Jüdische Komitee registriert einen zunehmenden globalen Antisemitismus, auch in Deutschland sei Antisemitismus ein großes Problem.

In diesem Jahr tötete ein bewaffneter Mann in Halle (Saale) zwei Menschen als er versuchte, sich Zugang zu einer Synagoge zu verschaffen. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Ein ähnlicher Anschlag ereignete sich vor rund einem Jahr in Pittsburgh, wo ein Angreifer am 27. Oktober 2018 in einer Synagoge elf Menschen tötete.

Die religiöse Organisation Anti-Defamation League, die gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden eintritt, nannte die Schüsse in Deutschland in einer Mitteilung am Mittwoch "herzzerreißend". Sie hatte in diesem Jahr berichtet, gewalttätige antisemitische Zwischenfälle in den USA hätten sich 2018 verdoppelt. Im US-Bundesstaat New York gab ebenfalls einen antisemitischen Vorfall, bei dem laut Gouverneur Andrew Cuomo in der Stadt White Plains am Vorabend von Jom Kippur ein Holocaust-Denkmal geschändet wurde.

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RND/AP/pf