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Johnson macht sich Szene aus „Tatsächlich ... Liebe“ zu eigen

  • Der Film „Tatsächlich ... Liebe” ist nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in Großbritannien beliebt.
  • Diese Popularität nutzt Premier Boris Johnson nun mit einem Wahlwerbespot aus, in dem er eine Szene aus dem Film nachahmt.
  • Dafür bekommt er viel Lob, aber auch Kritik: Hat er die Idee geklaut?
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London. Kurz vor der Parlamentswahl in Großbritannien hat Premier Boris Johnson mit einer an den Liebesfilm „Love Actually“ angelehnten Werbung gepunktet. In dem über Twitter rasend schnell verbreiteten Beitrag spielt Johnson eine Schlüsselszene nach: Ein Mann gesteht mit Botschaften auf Pappschildern der Frau eines Freundes seine Liebe. Der Film, in Deutschland unter dem Titel „Tatsächlich ... Liebe“ bekannt, kam im Jahr 2003 in die Kinos.

Johnson macht sich die Szene zu eigen: Er klingelt in dem Beitrag zur Weihnachtszeit an der Haustür einer Frau und bittet sie mithilfe von Botschaften auf Schildern, seine konservative Partei zu wählen („Vote Conservative actually“). Auf einem der Schilder heißt es in Anspielung auf Labour-Chef Jeremy Corbyn: „Der andere könnte gewinnen.“ Der Beitrag mit Weihnachtsflair, Bezug zum Kinofilm und einem Seitenhieb auf Hugh Grant, der im Original eine der Hauptrollen spielt, fand viel Lob in Großbritannien.

Hugh Grant wettert gegen Johnson

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Grant ist einer der schärfsten Kritiker Johnsons und unterstützt Kandidaten von Oppositionsparteien. Er zieht mit ihnen von Haustür zu Haustür, um die Briten zum taktischen Wählen zu animieren. Nach wie vor haben die Konservativen in Umfragen die Nase vorn. Doch Johnson kann sich eines Sieges aufgrund des Mehrheitswahlrechts in Großbritannien nicht sicher sein: In vielen Wahlkreisen liefern sich seine Tories und die Labour-Partei ein sehr enges Rennen.

In einem BBC-Interview am Dienstag mutmaßte Grant, das hochwertig hergestellte Video sei mithilfe russischer Wahlkampfspenden bezahlt worden. Eine Anspielung auf den von der Regierung unter Verschluss gehaltenen Bericht des Geheimdienstausschusses über russische Einmischung in die britische Politik.

Hat Johnson die Idee für die Wahlwerbung geklaut?

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Kurz nachdem Johnson seinen Beitrag getwittert hatte, meldete sich die Labour-Kandidatin Rosena Allin-Khan zu Wort und warf Johnson vor, ihre Idee für die Wahlwerbung geklaut zu haben. Auch sie hatte die Schlüsselszene des Liebesfilms nachgeahmt – aber für Labour damit geworben. Sie hatte ihren Beitrag am 22. November veröffentlicht.

Am Freitag konterten zwei ehemalige Parteifreunde Johnsons, die sich gegen den harten Brexit-Kurs des Premiers gestellt hatten, mit einem Foto auf Twitter. „Brexit won't get done actually“ (Der Brexit wird nicht wirklich durchgezogen) steht auf einem Pappschild, das Ex-Justizminister David Gauke der ehemaligen Arbeitsministerin Amber Rudd entgegenhält. Eine Anspielung auf Johnsons Wahlslogan „Get Brexit done“ (Den Brexit durchziehen).

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Die Briten wählen an diesem Donnerstag ihr neues Parlament. Johnson führt derzeit eine Minderheitsregierung an und will sich mit der Neuwahl mehr Unterstützung für sein Brexit-Abkommen sichern.

RND/dpa

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