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  • Johnson & Johnson-Impfstoff in Österreich: Gesundheitsminister weist Kritik an Bestellung zurück

Österreichs Gesundheitsminister weist Kritik an Impfstoffbestellung zurück

  • Einem Medienbericht zufolge soll sich das österreichische Gesundheitsministerium bei der Anschaffung des Impfstoffs von Johnson & Johnson verspekuliert haben.
  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht aber kein Versäumnis der Regierung.
  • Im ersten Halbjahr sei ohnehin nicht mit großen Mengen des Vakzins geplant worden.
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Berlin/Wien. Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sieht kein Versäumnis der Regierung bei der Bestellung des Impfstoffs von Johnson & Johnson. Als man die insgesamt 24 Millionen Impfdosen von sechs verschiedenen Herstellern vorbestellt habe, sei noch unklar gewesen, wann diese zugelassen und geliefert würden, wird Anschober vom ORF zitiert.

Zuvor hatte der „Standard“ berichtet, das österreichische Gesundheitsministerium habe sich bei der Anschaffung des Vakzins von Johnson & Johnson verspekuliert. Es seien lediglich 2,5 Millionen Dosen gekauft worden; 3,9 Millionen hätten Österreich gemäß dem EU-Verteilungsschlüssel zugestanden.

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Anschober sagte, der Hintergrund dieser Entscheidung sei eine „Risikominimierung“ gewesen. Außerdem betonte er, entscheidend sei, welcher Impfstoff im ersten Halbjahr geliefert werden könne. Denn bis Ende des zweiten Quartals solle jeder impfwillige Österreicher zumindest die erste Impfung erhalten. Für diesen Zeitraum sei vom Impfstoff von Johnson & Johnson ohnehin nur ein geringer Teil der gesamten Bestellmenge erwartet worden.

Am Montag waren bereits regierungsinterne Probleme bei der möglichen Beschaffung von zusätzlichem Impfstoff bekannt geworden. Der Impfkoordinator im österreichischen Gesundheitsministerium, Clemens Martin Auer, werde sich deshalb von diesem Posten zurückziehen, kündigte Anschober an.

Nach derzeitigen Erkenntnissen hatte der Spitzenbeamte Auer, der auch in einer EU-Steuerungsgruppe saß, eigenmächtig auf Bestellungen von zusätzlichem Impfstoff von Biontech/Pfizer verzichtet, obwohl genug Geld zur Verfügung gestanden hätte.

RND/tdi/dpa

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