Johnson-Berater tritt zurück - Kommentare zu Zwangsverhütung

  • Nicht nur die britische Opposition, sondern auch Abgeordnete der Regierungspartei hatten den Rauswurf von Andrew Sabisky gefordert.
  • Nun ist der Berater von Premier Boris Johnson zurückgetreten.
  • Hintergrund sind Kommentare Sabiskys zu einer verpflichtenden Verhütung ab der Pupertät.
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London. Der britische Premierminister Boris Johnson ist einen erst vor kurzem angeheuerten Berater schon wieder los. Andrew Sabisky erklärte am Montag seinen Rücktritt, nachdem Kommentare von ihm bekannt geworden waren, in denen er eine verpflichtende Verhütung ab der Pubertät gegen ungewollte Schwangerschaften vorschlug.

Nicht nur die Opposition, sondern auch Abgeordnete der Regierungspartei hatten seinen Rauswurf gefordert. Wie Johnson selbst zu dem Fall steht, wollte sein Sprecher nicht sagen.

Sabisky verfügt laut biografischen Angaben im Internet über einen Master in pädagogischer Psychologie und war im Regierungssitz 10 Downing Street eingestellt worden, nachdem Johnsons Chefberater Dominic Cummings "Spinner und Eigenbrötler mit sonderbaren Fähigkeiten" aufgerufen hatte, sich um Regierungsposten zu bewerben.

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Sabisky hatte 2014 argumentiert, ungeplante Schwangerschaften ließen eine “permanente Unterschicht” entstehen

Mittlerweile ist bekannt, dass Sabisky 2014 argumentiert hatte ungeplante Schwangerschaften ließen eine "permanente Unterschicht" entstehen. Als etwaige Lösung schlug er eine verpflichtende Langzeit-Verhütung ab der Pubertät vor und erklärte: "Impfgesetze können hier ein Vorbild sein, würde ich argumentieren."

Aus Sicht von Kritikern laufen diese Aussagen auf eine Unterstützung der sogenannten Rassenhygiene hinaus. Dabei soll eine vermeintliche genetische Optimierung dadurch erreicht werden, dass sich nur noch ausgewählte Menschen fortpflanzen. Sabisky legte außerdem nahe, schwarze US-Amerikaner hätten einen niedrigeren durchschnittlichen Intelligenzquotienten als weiße Amerikaner.

Johnsons Sprecher Jamie Davies wollte nicht sagen, ob der Premier die Auffassungen seines Beraters teilt. "Die Ansichten des Premierministers zu einer Reihe von Themen sind gut öffentlich bekannt und dokumentiert", sagte er lediglich. Von Johnson ist allerdings eine ganze Liste fragwürdiger Bemerkungen bekannt. So hatte er Bürger Papua-Neuguineas als "Kannibalen" bezeichnet und Kinder von alleinerziehenden Müttern als "ignorant, aggressiv und unehelich" abqualifiziert.

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Sabisky gibt sich als Opfer einer “irren Medienhysterie”

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon twitterte, die Regierung müsse den Fall in den Griff bekommen und in der öffentlichen Debatte beweisen, dass sie wichtige Grundwerte habe.

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Die konservative Abgeordnete Caroline Nokes, die dem Parlamentsausschuss für Frauen und Gleichstellung vorsteht, twitterte, sie könne nicht glauben, dass sich Johnsons Büro geweigert habe zu Sabisky Stellung zu nehmen. "Für die Ansichten, die er geäußert hat, darf kein Platz in der Regierung sein", fügte sie hinzu.

Sabisky gab sich als Opfer einer "irren Medienhysterie" über "alten Onlinesachen", die aus dem Zusammenhang gerissen zitiert worden seien. Er habe der Regierung helfen und nicht ins Zentrum eines "gigantischen Rufmords" geraten wollen. Er wolle keine "Ablenkung" sein und trete deshalb zurück.

RND/AP

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