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Gesundheitsminister Spahn: „Die dritte Welle scheint gebrochen“

  • Seit Ende April sinken die Corona-Infektionszahlen in Deutschland.
  • Deshalb spricht Gesundheitsminister Jens Spahn nun davon, die dritte Welle gebrochen zu haben.
  • Er dankt den Bürgern – mahnt aber weiter zur Vorsicht.
Tobias Dinkelborg
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0:47 min
Jens Spahn hat die dritte Welle in der Corona-Pandemie für „gebrochen“ erklärt. Dennoch warnte der Gesundheitsminister vor Sorglosigkeit aufgrund der sinkenden Infektionszahlen. Man müsse noch gemeinsam durchhalten – Wochen oder vielleicht sogar Monate. Es gehe nun darum, das Erreichte nicht zu verspielen.  © dpa
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Berlin. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist Deutschland ein weiterer Erfolg gelungen. „Die dritte Welle scheint gebrochen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagvormittag in Berlin. Allerdings mahnte er zugleich: „Die Infektionszahlen sinken wieder, sind aber noch immer auf einem hohen Niveau – und sinken nicht überall gleich schnell.“

Dass der Trend jedoch derart positiv sei, liege am „Verhalten der Bürgerinnen und Bürger“, betonte Spahn. Sie hätten die Warnungen und Einschränkungen ernst genommen, ihre Mobilität reduziert. „Dafür können wir nur ein herzliches Dankeschön sagen.“

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Bereits seit Ende April sinken die Infektionszahlen wieder. Am Freitagmorgen meldete das Robert Koch-Institut binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen – vor einer Woche waren es noch 24.329. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 125,7.

Spahn befürwortet Öffnungen im Außenbereich

Um die Entwicklung nicht zu gefährden, warnte Spahn allerdings vor „vorschnellen Lockerungen“ und nachlässigem Verhalten im Alltag. „Steigender Optimismus darf nicht dazu führen, dass wir uns nicht mehr an die Regeln halten“, betonte der CDU-Politiker. Bis Ende Mai müsse die Zurückhaltung im persönlichen Kontaktverhalten noch anhalten.

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Die Koalition sowie Linke und Grüne stimmten dafür. Die AfD sprach von einem weiteren Schritt zu einer Impfpflicht durch die Hintertür.  © Reuters
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Öffnungen befürwortete Spahn, allerdings nur im Außenbereich – und unter der Voraussetzung, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in den betreffenden Städten und Regionen unter 100 liegt. Er sprach von der „Außengastronomie“ und „Veranstaltungen kultureller Art, draußen und testgestützt“.

Unterdessen kommt die Impfkampagne mehr und mehr in Schwung. „Im internationalen Vergleich sind wir ziemlich auf der Überholspur“, sagte Spahn. Deutschland habe sich im Laufe der Kampagne „gut entwickelt“.

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Astrazeneca-Freigabe ein „attraktives Angebot“

Um noch mehr Tempo zu machen, einigten sich Bund und Länder am Donnerstagabend darauf, den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca in Arztpraxen für alle Impfwilligen freizugegeben. „Ich bin überzeugt, dass das Angebot für diejenigen attraktiv sein wird, die sonst nicht so schnell an eine Impfung kommen würden“, betonte Spahn. Zugleich stellte er klar: „Es können nicht innerhalb von drei oder fünf Tagen oder zwei Wochen alle geimpft werden.“

Die Ständige Impfkommission (Stiko) befürwortete unterdessen weiter eine bevorzugte Impfung besonders gefährdeter Gruppen gegen Covid-19. „Nach Ansicht der Stiko sollte an der Priorisierung zunächst festgehalten werden“, hatte das Gremium mitgeteilt.

Das Ende der Pandemie scheint derweil in greifbarer Nähe, das bestätigten sowohl Spahn als auch RKI-Chef Lothar Wieler. „Wir reden über Wochen oder wenige Monate“, sagte Spahn. Und Wieler ergänzte: „Die gegenwärtige Entwicklung mit sinkenden Inzidenzen und steigender Durchimpfung ist sehr positiv und gibt Hoffnung, dass wir die Pandemie bald kontrollieren können.“

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