Japan will Irans Präsidenten Ruhani empfangen

  • Die Spannungen zwischen den USA und Iran sind nach wie vor hoch.
  • Japan will nun zwischen beiden Staaten vermitteln.
  • Ein erster Schritt soll ein Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in Japan sein.
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Tokio. Japan will sich nach den Worten von Ministerpräsident Shinzo Abe verstärkt als Vermittler im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran engagieren. Deshalb werde ein Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in Japan vorbereitet, teilte Abe am Montag in Tokio mit.

Japan unterhält traditionell gute Beziehungen zu Teheran und bezieht 80 Prozent seines Öls aus der Region. Eine Vermittlerrolle Tokios werde auch von der internationalen Gemeinschaft erwartet, sagte Abe. Details zu Ruhanis Besuch in Japan nannte er nicht. Japanischen Medien zufolge wird der noch in diesem Monat erwartet, vor oder nach Ruhanis Teilnahme an einer islamischen Konferenz in Malaysia.

Spannungen haben sich nach Ausstieg aus Atomabkommen stetig verschärft

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Die Spannungen zwischen Washington und Teheran haben seit dem von US-Präsident Donald Trump 2018 erklärten Rückzug der USA aus dem internationalen Atomabkommen drastisch zugenommen. Die USA verhängten harte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und erhöhten ihre Militärpräsenz in der Golfregion; es gab mehrere Zwischenfälle, die Sorgen um die Sicherheit der Öltankerroute durch die Straße von Hormus am Persischen Golf auslösten. Teheran hat schrittweise gegen eine Reihe von Vereinbarungen verstoßen, die im Atomabkommen von 2015 getroffen wurden.

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Abe sagte, Japan werde sich mit aller Kraft dafür einsetzen, die Spannungen in der Region zu verringern und die Lage mit beharrlichen Bemühungen um einen Dialog zu stabilisieren. "Vom Standpunkt der Energiesicherheit her ist es nur natürlich für Japan, eine Rolle für Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu spielen" und damit auch für Sicherheit japanischer Tanker zu sorgen, sagte er.

RND/AP

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