• Startseite
  • Politik
  • Jakob Blasel: Grünen-Bundestagskandidat für Kohleausstieg vor 2030

Ex-FFF-Aktivist und Grünen-Kandidat Blasel will noch schneller aus der Kohle aussteigen

  • Der einstige Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel kandidiert jetzt als Bundestags­kandidat für die Grünen.
  • Nach der jüngsten Hochwasser­katastrophe zeigt er sich erschüttert und mahnt Konsequenzen an.
  • So müsse Deutschland noch vor 2030 raus aus der Kohle, sagt Blasel.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Jakob Blasel, bis zuletzt einer der führenden Köpfe von Fridays for Future und jetzt Bundestagskandidat der Grünen im Landkreis Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein), hat angesichts der Hochwasser­katastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern einen Kohleausstieg vor 2030 angemahnt – und damit eher, als er im Wahlprogramm der Grünen vorgesehen ist. Die Regierung plant ihn bis 2038.

„Ich rede seit zwei Jahren über kaum etwas anderes als die Folgen der Klimakrise“, sagte er dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf das verheerende Unwetter mit zuletzt 179 Toten. „Trotzdem ist es mir echt nahegegangen, dass ein Ereignis von dieser Wucht hier einschlägt und für alle spürbar wird. Das hat etwas sehr Bedrückendes.“ Der 20-Jährige fügte hinzu: „Wir müssen daraus Konsequenzen ziehen und beim Klimaschutz konsequenter handeln.“ Das sei auch eine Frage der Sicherheit.

Anzeige

Blasel forderte konkret: „Wir müssen deutlich vor 2030 aus der Kohle aussteigen und das auch politisch ermöglichen. Wir müssen es schaffen, dass wir eine Verkehrs­wende hinbekommen. Letztlich brauchen wir eine Regierung, die einen Plan für das 1,5-Grad-Ziel aufstellt und bereit ist, mit der nötigen Konsequenz danach zu handeln.“

Skepsis gegenüber Laschet

Mit Unionskanzlerkandidat Armin Laschet als Regierungschef „wird das schwer“, so der Grünen-Politiker; immerhin habe dieser gesagt, dass man nicht wegen eines solchen Ereignisses die Politik ändern müsse. „Wir erleben gerade, dass Laschet sich komplett aus der Verantwortung zieht“, sagte Blasel.

„Wer so eine Distanz zur Klima­wissen­schaft hat, dem traue ich nicht zu, dieser Krise gerecht zu werden.“ Ohnehin seien schon die aktuellen Zustände „eine Konsequenz aus 16 Jahren CDU“.

Anzeige

Die Grünen hatten sich direkt nach der Katastrophe zurück­gehalten. Sie wollten nicht den Eindruck erwecken, daraus politisches Kapital schlagen zu wollen. So reiste Kanzler­kandidatin Annalena Baerbock zwar ins Krisen­gebiet – aber bewusst ohne Journalisten. Zwei Wochen später geht die Partei nun in die Offensive.

Grüne Offensive

Am Montag stellten Baerbock und Innen­expertin Irene Mihalic ein Konzept zur Reform des Katastrophen­schutzes vor, das dem Bund eine Zentral­stellen­funktion zuweist. Bisher sind für den Katastrophen­schutz in Friedens­zeiten die Länder zuständig. Am Donnerstag wird ein Papier von Grünen-Chef Robert Habeck mit Ideen zu einer besseren Anpassung an den Klimawandel folgen.

Anzeige

Voraussichtlich am kommenden Dienstag soll schließlich eine gemeinsame Presse­konferenz von Baerbock und ihrem Co-Parteichef Robert Habeck stattfinden, bei der sie ein 100-Tage-Programm zum Klimaschutz unterbreiten werden. Aus Parteikreisen verlautet: „Wir werden mit dem Programm unterstreichen, dass es um eine sozial­ökologische Transformation geht.“

Dabei werde ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso eine Rolle spielen wie eine Mobilitäts­wende, die klimagerechte Sanierung von Gebäuden und der Umbau der Industrie. „Wir müssen auf den 1,5-Grad-Pfad kommen“, heißt es. Die Notwendigkeit, das Wahlprogramm nachzuschärfen, bestehe aber nicht.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen