„Nicht länger genug im Tank“

Rücktritt unter Tränen: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern gibt ihren Posten auf

Jacinda Ardern tritt zurück.

Jacinda Ardern tritt zurück.

Wellington. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat ihren Rücktritt angekündigt. Sie werde zum 7. Februar ihr Amt niederlegen und nicht bei den Wahlen in diesem Jahr antreten, erklärte sie. Sie kämpfte mit den Tränen, als sie vor Reportern in Napier das Ende ihrer Zeit als Regierungschefin ankündigte.

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Ardern sagte, ihre Zeit als Regierungschefin sei erfüllend, aber herausfordernd gewesen. Aber sie gehe nicht, weil es schwer gewesen sei. „Wäre das der Fall gewesen, wäre ich wahrscheinlich nach zwei Monaten in dem Job gegangen. Ich gehe, weil mit solch einer privilegierten Rolle Verantwortung einhergeht; die Verantwortung, zu wissen, wann du die richtige Person bist, um zu führen, und auch, wann du es nicht bist. Ich weiß, was dieser Job erfordert, und ich weiß, dass ich nicht länger genug im Tank habe, um dem gerecht zu werden. So einfach ist es“, sagte sie. „Ich gehe jetzt in mein sechstes Jahr im Amt, und in jedem dieser Jahre habe ich mein Bestes gegeben“, sagte Ardern.

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Parlamentswahlen kündigte sie für den 14. Oktober an. Bis dahin werde sie Abgeordnete bleiben. Wer nach ihrem Rücktritt die Regierung führen soll, war zunächst unklar. Der stellvertretende Premier Grant Robertson erklärte, er werde sich nicht um die Führung der Partei bewerben, über die am Sonntag im kleineren Kreis abgestimmt werden sollte. Sollte kein Kandidat mindestens zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinigen, wird die breitere Parteibasis zum Votum gebeten. Ardern hat sich dafür ausgesprochen, bis zu ihrem Rücktrittstermin Klarheit zu schaffen.

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Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern will zurücktreten

Die 42-jährige Politikerin, die zeitweise mit Tränen kämpfte, sagte, ihre fast sechs Jahre als Premierministerin seien eine harte Zeit gewesen.

Die Erklärung erlebten viele der etwa fünf Millionen Neuseeländer als Schock, wenngleich in politischen Kreisen Gerüchte im Umlauf gewesen waren, dass Ardern vor der Wahl zurücktreten könnte. Sie selbst hatte bislang gesagt, sie werde erneut antreten.

Ardern sah sich in diesem Jahr mit einem harten Wahlkampf konfrontiert. Ihre liberale Labour-Partei wurde vor zwei Jahren wiedergewählt - es war ein erdrutschartiger Sieg von historischem Ausmaß. In den jüngsten Umfragen fiel ihre Partei jedoch hinter die konservativen Rivalen zurück.

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Die 42-Jährige gewann international Anerkennung dafür, wie sie ihr Land durch die Corona-Pandemie steuerte. Zuhause wurde die strikte Herangehensweise strenger beäugt. Im Dezember gab sie die Einrichtung einer Untersuchungskommission bekannt, die die von der Regierung gefällten Entscheidungen bewerten und Schlüsse für künftige Pandemien ziehen soll.

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Einen ihrer dunkelsten Tage in der Geschichte des Landes und ihrer Amtszeit erlebte Ardern, als im März 2019 ein rassistischer Attentäter zwei Moscheen in Christchurch stürmte und 51 Menschen abschlachtete. Für ihren Umgang mit Überlebenden und der muslimischen Gemeinschaft in Neuseeland nach der Tat wurde ihr Bewunderung zuteil.

Ardern sagte, sie habe noch keine unmittelbaren Pläne für die Zeit nach ihrem Rücktritt getroffen - abgesehen von die Familie betreffenden Verpflichtungen mit Blick auf ihre Tochter Neve und ihren Verlobten Clarke Gayford. Das Coronavirus hatte frühere Hochzeitspläne des Paares durchkreuzt.

RND/AP

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